Klassische Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten #F04

Wie ich eine klassische Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereite, erkläre ich euch in der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung. Dabei gehe ich auch darauf ein, wie der Saum vorbereitet wird, wenn ihr euch in der Konfiguration für einen Saumaufschlag entschieden habt.

Auch bei einer Hose nach Maß ist eine Anprobe vor dem Fertigstellen unbedingt zu empfehlen. Selbst beim Maßschneider werden die Kunden zur Anprobe bestellt, bevor sie später ihr fertiges Kleidungsstück abholen können. In unseren Schnittmustern sind bewusst breitere Nahteinschläge enthalten, über die ihr bei Bedarf regulieren könnt. Wichtig ist, dass der Bundbeleg zur Anprobe der Hose angenäht wird. Nur so bekommt die Hose an der oberen Kante die nötige Stabilität und weitet sich bei der Anprobe nicht aus. Da die Hose nach der Anprobe wieder auseinandergenommen wird, werde ich die Teile mit einem großen Maschinenstich zusammennähen und kaum verriegeln. Ihr könnt die Nähte aber ebenso gut mit der Hand heften, was vor allem bei empfindlichen Stoffen zu empfehlen ist. Ich wünsche euch gutes Gelingen!

1. Das wird benötigt:

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Das wird benötigt
Benötigte Schnittteile und Hilfsmittel

Schnittteile aus Oberstoff:

  • Hinterhose (HH) – 1 Paar; die Abnäher sind bereits eingearbeitet
  • Vorderhose (VH)– 1 Paar; zur Anprobe ist der Bereich für die Eingrifftasche (Flügeltasche) noch angeschnitten.
  • Hinterer Bundbeleg (BB HH) – 1 Paar
  • Vorderer Bundbeleg (BB VH) – 1 Paar

Schnittteile aus Einlage:

  • Vorderer Bundbeleg (EBB VH) – 1 Paar
  • Hinterer Bundbeleg (EBB HH) – 1 Paar

Schnittmusterteile aus Papier:

  • Hinterhose (HH)
  • Vorderhose (VH)
  • Vorderer Bundbeleg (BB VH)
  • Hinterer Bundbeleg (BB HH)
  • ggf. die Schablone für die hintere Taschenposition (P-TZ HH)
  • ggf. die Schablone für den Saumaufschlag (P-ZH)

Werkzeuge und Hilfsmittel:

  • Fixierband zum Sichern der Bundkante, z. B. Vlieseline T12
  • Stecknadeln oder Clips
  • Handarbeitsschere
  • Kreide oder Markierstift
  • ggf. Heftfaden und Nähnadel

2. Bundbelege vorbereiten

Hier greife ich der Anleitung zur Bundverarbeitung schon etwas vor. Das spart euch dann später einige Arbeitsschritte.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Einlage aufbügeln
Die Einlage wird auf die Bundbelege gebügelt.

Sofern ihr das nicht schon bei der Vorbereitung der Schnittteile gemacht habt, wird zuerst die Einlage auf die linke Stoffseite der Bundbelege gebügelt.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Bundoberkante fixieren
Die Oberkante der Bundebelege wird mit Formband fixiert.

Damit sich die obere Kante nicht ausdehnt fixiere ich sie mit einem Formband, z. B. Vlieseline T12. Das lässt sich gut in Form legen und gibt durch die Fadenverstärkung zusätzlichen Halt.

Ich platziere das Band so, dass die Fadenverstärkung etwa 9 mm von der oberen Kante entfernt liegt – so kann ich später direkt daneben nähen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Vergleich Schnittteile
Die Schnittteile werden mit den Schnittmusterteilen verglichen.

Anschließend kontrolliere ich, ob die Schnitteile durch das Bügeln nicht eingelaufen sind. Dabei schaue ich gleich nach, wie viel Nahtzugabe an der Seitennaht vorgesehen ist.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Seitennaht der Bundbelege nähen
Die Bundbelegteile werden an den Seitennähten zusammengenäht.

Nun werden jeweils der hintere und der vordere Bundbeleg an der Seitennaht verbunden. Dafür lege ich sie an der Seitenkante rechts auf rechts aufeinander und stecke sie zusammen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - verbundene Belegteile
Die verbundenen Belegteile.

Dann nähe ich sie mit größtmöglicher Stichlänge und der vorgesehenen Nahtbreite zusammen.

3. Hinterhose in Form bügeln

Zunächst bügele ich die Hinterhose in Form. Die Außenkanten (bis auf den Saum) habe ich bereits mit der Overlockmaschine versäubert. Du kannst das an dieser Stelle machen oder später, wenn die Beinnähte geschlossen werden. In der entsprechenden Anleitung wird nochmal darauf hingewiesen.

Die Hinterhosenteile liegen rechts auf rechts aufeinander. Die Kniehöhe kennzeichne ich mit einem Kreidestrich.

Das Bild zeigt, wie die Hinterhose für die Anprobe der Hose gebügelt wird.
Die Hinterhose wird oberhalb des Knies gedehnt.

Dann setze ich das Bügeleisen an der inneren Beinnaht vor dem Knie auf und dehne den oberen Teil.

Die innere Beinnaht darf dabei ca. 10 mm mehr Länge bekommen.

Das Bild zeigt, wie die Hinterhose kurz gebügelt wird.
Die Hinterhose wird kurz gebügelt.

Die Weite versuche ich zur Beinmitte unterhalb des Gesäßes etwas zu verbügeln. Das ist die Stelle, an der sich gern die Weite staut. Am besten funktioniert dieses “Kurzbügeln” bei Wollstoffen.

Wiederholt das ruhig einige Male.

Das Bild zeigt, wie die Seitannaht gebügelt wird.
Bügeln von der Seitennaht aus.

Dann lege ich die Hose wieder gerade in den Fadenlauf und bügle sie von der Seitennaht aus glatt.

Anschließend wende ich die Teile und bügle von der anderen Seite genauso.

4. Saum für die Anprobe der Hose vorbereiten

Das Bild zeigt, wie die Saumlänge für die Anprobe der Hose markiert wird.
Die Saumlänge wird angezeichnet.

Habt ihr euch für einen normalen, eingeschlagenen Saum entschieden, zeichnet ihr die im Schnittmuster angegebene Saumlänge auf der rechten Stoffseite parallel zur Saumkante an. Zur Anprobe der Hose wird der Saum an dieser Linie nach innen umgeschlagen und festgeheftet.

Das Bild zeigt, wie der Saumaufschlag für die Anprobe der Hose markiert wird.
Der Schablone wird bündig angelegt.

Bei einem Saumaufschlag ist der Teil, der nach innen eingeschlagen wird, sehr breit. Die Verarbeitung unterscheidet sich daher von derjenigen bei einem normalen Saum. Ich lege die Schablone für den Saumaufschlag (P-H) bündig an der Saumkante an.

Das Bild zeigt, wie die innere Saumkante markiert wird.
Die innere Saumkante wird markiert.

Dann übertrage ich die Markierung für die innere Saumkante auf die rechte Stoffseite.

Das Bild zeigt, wie der Saumaufschlag markiert wird.
Die Markierung wird fortgesetzt.

Für die andere Seite drehe ich die Schablone um und markiere auch dort die innere Saumkante.

Das Bild zeigt, wie der Saumaufschlag für die Anprobe der Hose nach innen geschlagen wird.
Der Saum wird nach innen geschlagen.

An der Markierung schlage ich den unteren Teil des Hosenbeins nach innen.

Das Bild zeigt, wie der Saumaufschlag geheftet wird.
Der eingeschlagene Saum wird geheftet.

Mit einigen großen Stichen hefte ich den Saum fest. Ich habe das Lineal unter die Heftnaht gelegt, damit ich nicht in meine Bügelunterlage steche.

Diese Schritte – markieren, umschlagen, heften – wiederhole ich mit den anderen drei Schnittteilen der Vorder- und Hinterhose.

5. Beinnähte schließen

Das Bild zeigt, wie Vorder- und Hinterhose aufeinander gelegt werden.
Vorder- und Hinterhose werden aufeinander gelegt.

Jetzt schließe ich die inneren und äußeren Beinnähte. Dazu lege ich die Vorderhose mit der rechten Seite nach oben vor mich hin. Dann wird die Hinterhose rechts auf rechts auf die Vorderhose gelegt.

Das Bild zeigt, wie die äußeren Beinnähte aufeinander gesteckt werden.
Die äußeren Beinnähte werden gesteckt.

Die äußeren Beinkanten werden bündig aufeinander gesteckt.

Beachtet dabei die Knipse in Kniehöhe und ggf. im Bereich der Taschen.

Das Bild zeigt, wo die Nahtzugaben im Schnittmuster erkennbar sind.
Die Nahtzugaben ergeben sich aus dem Schnittmuster.

Dem Schnittmusterteil könnt ihr entnehmen, wie breit die jeweiligen Nahtzugaben sind.

Das Bild zeigt, wie die Nahtzugabe markiert wird.
Die Breite der Nahtzugabe wird markiert.

Am oberen Ende der Innenbeinnaht markiere ich mir auf der Hinterhose die Breite der Nahtzugabe.

Das Bild zeigt, wie die innere Beinnaht gesteckt wird.
Die Kanten der Schnittteile treffen an der Markierung aufeinander.

In dieser Position sichere ich das obere Ende der inneren Beinnaht mit einer Klammer oder Stecknadel. Genau an der Markierung treffen Vorder- und Hinterhose in der Schrittkurve zusammen.

Das Bild zeigt die gesteckte Innenbeinnaht.
Die Innenbeinnaht wird gesteckt.

Dann stecke ich die restliche Strecke der inneren Beinnaht zusammen. Ich achte auch hier darauf, dass die Knipse in Kniehöhe aufeinandertreffen.

Das Bild zeigt die für die Anprobe der Hose gehefteten Beinnähte.
Beide Nähte werden geheftet.

Beide Nähte hefte ich mit einem Geradstich mit großer Stichlänge oder mit der Hand. Achtet unbedingt darauf, mit den im Schnittmuster angegebenen Nahtzugaben zu nähen.

6. Taschenposition auf der Hinterhose markieren

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - hintere Taschenposition markieren
Die hintere Taschenposition wird markiert.

Für die Position der hinteren Hosentasche ist eine Schablone vorhanden. Hier seht ihr die Schablone für Paspeltaschen. Die Vorgehensweise ist bei allen Taschenvarianten identisch.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - hintere Taschenposition markieren
Die hintere Taschenposition wird markiert.

Ich lege sie bündig an hinterer Mitte und Oberkante der Hinterhose an.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Schablone bündig anlegen
Die Schablone wird bündig an der oberen Kante und der Schrittnaht angelegt.

Dann markiere ich mit Schneiderkreide die Position der Tasche.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Markierung der Paspeltaschen
Markierung für Paspeltaschen

Wenn ihr diese Markierung schon für die Anprobe der Hose vornehmt, bekommt ihr einen Eindruck davon, wo später die Taschen sitzen. Wenn euch die Position nicht so gut gefällt, könnt ihr noch Änderungen vornehmen.

7. Bundbelege annähen

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Bundbelege über die Hosenteile legen
Die Bundbelege werden über die Hosenteile gelegt.

Zunächst lege ich die beiden Hosenbeine so vor mich hin, dass die Vorderhosen mit der linken Stoffseite auf dem Tisch liegen und die vorderen Mitten einander zugewandt sind. Dann platziere ich die Bundbelege darüber, ebenfalls mit der linken Stoffseite nach unten und den vorderen Mitten gegenüberliegend.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - vordere Mitte markieren
Die vordere Mitte wird markiert.

Ich nehme die entsprechenden Schnittmusterteile dazu, um den genauen Abstand zur Kante nachzumessen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - vordere Mitte an der Hose markieren
Die vordere Mitte wird an der Hose markiert.

Dann markiere ich an allen Teilen die vordere Mitte.

Da ich bei den vorderen Hosenteilen ein Kniefutter eingearbeitet habe, ist die Seite mit dem Schlitzübertritt bereits zurückgeschnitten und die Abstände zwischen Kante und vorderer Mitte unterscheiden sich an der linken und rechten Seite.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - markierte Schnittteile
Die markierten Schnittteile

Zuletzt markiere ich noch das Schlitzende an den vorderen Mitten.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Bundbeleg anstecken
Die Bundbelege werden an die Hose gesteckt.

Jetzt werden die Bundbelege rechts auf rechts und an den Oberkanten bündig auf die Hosenteile gesteckt.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Seitennähte aufeinanderlegen
Die Seitennähte treffen genau aufeinander.

Achtet darauf, dass die Seitennähte genau aufeinandertreffen. Die Nahtzugaben vom Bundbeleg werden nach vorne, die der Hosenbeine nach hinten gelegt, damit die Stellen nicht zu dick werden.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - vordere und hintere Mitte treffen aufeinander
Vordere und hintere Mitte treffen aufeinander

Auch vordere und hintere Mitte von Bundbeleg und Hose treffen genau aufeinander.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - angesteckte Bundbelege
Die Bundbelege sind festgesteckt.

So sieht die vorbereitete Hose aus und die Bundbelege können angenäht werden.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Bundbelege annähen
Die Bundbelege werden angenäht.

Ich nähe die obere Kante mit 1 cm Nahtzugabe und einer großen Stichlänge zusammen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - angenähter Bundbeleg
Angenähter Bundbeleg

So sieht es aus, wenn der Bundbeleg an das Hosenbein geheftet wurde.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Bundbeleg nach innen schlagen
Der Bundbeleg wird nach innen umgeschlagen.

Der Bundbeleg wird nach innen umgeschlagen. Jetzt bekommst du schon einen ersten Eindruck davon, wie die Hose später aussehen wird.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Bundbeleg festheften
Die Bundbelege werden festgeheftet.

Damit der Bundbeleg bei der Anprobe nicht verrutscht, hefte ich sie mit einem großen Handstich fest.

8. Schritt- und Gesäßnaht heften

Jetzt können die beiden Hosenbeine miteinander verbunden werden.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Gesäßnaht markieren
Der Verlauf der Gesäßnaht wird markiert.

Auf der linken Stoffseite des rechten Hosenbeins markiere ich in der hinteren Mitte die Breite der Nahtzugabe. Die genaue Breite erkennt ihr am Knips an der Taillenkante. Ihr könnt auch im Schnittmusterteil nachmessen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Gesäßnahtverlauf
Der Nahtverlauf wird auf dem rechten Hosenbein eingezeichnet.

Dann übertrage ich den Knips an der unteren Schrittkurve.

Der Verlauf der Gesäßnaht ergibt sich durch Verbinden der beiden Markierungen auf der Hinterhose. Bei klassischen Hosen wird die Nahtbreite zu oberen Bundkante hin in der Regel größer, damit man hier später ggf. noch Anpassungen vornehmen kann.

An der Vorderhose markiere ich das Schlitzende. Zwischen den beiden Knipsen an der Hinterhose und dem Schlitzende ist die Nahtzugabe gleich breit. Das genaue Maß könnt ihr dem Schnittmuster entnehmen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Hosenbein wenden
Das linke Hosenbein wird gewendet.

Dann werden die beiden Hosenbeine rechts auf rechts ineinandergelegt.

Dazu wird das linke Hosenbein zunächst gewendet, so dass die rechte Seite außen sichtbar ist.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - linkes Hosenbein in rechtes schieben
Das linke Hosenbein wird in das rechte geschoben.

Anschließend schiebe ich das gewendete linke in das rechte Hosenbein (auf dem ich im Schritt vorher die Nahtlinie markiert habe).

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Beinnähte treffen aufeinander
Die inneren Beinnähte treffen genau aufeinander.

Achtet darauf, dass die inneren Beinnähte in der Schrittkurve genau aufeinandertreffen, bevor ihr sie feststeckt.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Gesäßnaht feststecken
Die Gesäßnaht wird festgesteckt.

Die Hinterhosen lege ich an der Gesäßnaht bündig übereinander und stecke sie von der Bundkante beginnend zusammen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Schrittnaht stecken
Die Hosenteile liegen bündig aufeinander.

Vorne achte ich ebenfalls darauf, dass die Teile an der Schrittkurve bündig liegen und die vordere Mitte exakt übereinander passt.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Schlitzmarkierung
Die Schlitzmarkierung.

Die vorderen Hosenteile stecke ich bis kurz oberhalb der Markierung für das Schlitzende zusammen.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Gesäß- und Schrittnaht nähen
Gesäß- und Schrittnaht werden genäht.

Jetzt nähe ich von der Bundkante an der hinteren Mitte bis zum Schlitzende an der Vorderhose mit einem großen Maschinenstich. Alternativ könnt ihr die Naht auch mit einem Handstich heften.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - vordere Kante heften
Die Kante wird geheftet.

Anschließend wende ich die Hose so, dass die rechte Stoffseite außen liegt, und hefte am rechten Vorderteil die Kante an der vorderen Mitte zur Innenseite um.

9. Anprobe der Hose

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - zur Anprobe vorbereitete Hose
Die Hose ist bereit zur Anprobe.

Die Hose ist bereit zur ersten Anprobe!

Achtet darauf, dass die vordere Mitte genau übereinanderliegt, und steckt sie an der Bundkante mit einer Sicherheitsnadel oder einer Klammer fest.

Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Ansichten
Seiten-, Vorder- und Hinteransicht der Hose

Hier noch ein paar Hinweise, was bei der Anprobe zu beachten ist:

  • Um einen Eindruck zu erhalten, wie die Hose sitzt, empfehle ich euch, Fotos zu machen, die mindestens die drei Perspektiven im Bild oben umfassen. Die Fotos solltet ihr möglichst gerade – also nicht schräg von oben oder unten – aufnehmen.
Hose mit angeschnittenem Bund zur Anprobe vorbereiten - Maße vergleichen
Seitenlänge und Bundumfang überprüfen
  • Achtet darauf, dass der Hosenbund in der richtigen Höhe sitzt. Da noch kein Knopf da ist, um die Hose richtig zu schließen, hat man sie schnell mal ein bisschen zu hoch oder tief angezogen. Um das zu überprüfen, könnt ihr die Seitenlänge vom Boden bis zur oberen Bundkante (s. Markierung) nachmessen und mit der Seitenlänge, die ihr im Konfigurator angegeben habt, vergleichen.
  • Sitzt der Bund in der richtigen Höhe und ist trotzdem zu eng oder zu weit, vergleicht das Maß, das ihr beim Konfigurieren angegeben habt, mit dem Umfangmaß an der Stelle, wo euer Bund nun sitzt.
  • Wenn die Hose an der Hüfte ein bisschen zu weit erscheint, denkt daran, dass noch Taschen eingearbeitet werden. Die benötigen – je nach Stoffdicke – auch ein bisschen Platz. Am besten probiert ihr die Hose im weiteren Verlauf nochmal kurz an, bevor ihr den Bund an der Innenseite festnäht.
  • Je enger ihr die Passform gewählt habt und je weniger dehnbar euer Stoff ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Hose an der Beinrückseite einige Falten wirft. Das liegt daran, dass die Hose an der Rückseite ein “Mehrlänge” hat, die ihr benötigt, damit ihr euch bequem hinsetzen könnt.
  • Auf Fotos sehen Falten manchmal schlimmer aus, als sie es tatsächlich sind. Werft auf jeden Fall auch nochmal einen Blick in den Spiegel um zu sehen, wie es wirklich aussieht.

Wenn ihr trotzdem Probleme mit der Passform habt, schickt mir gerne eine E-Mail mit Bildern, wie die Hose angezogen aussieht (s. o.). Ich versuche dann, euch bei den Anpassungen zu helfen. Das geht an dieser Stelle viel besser, als zu einem späteren Zeitpunkt.

10. Änderungen übertragen und Nähte auftrennen

Das Bild zeigt, wie die Nähte aufgetrennt werden.
Die Heftnähte werden aufgetrennt.

Wenn ihr mit der Anprobe der Hose fertig seid und evtl. Anpassungen in das Schnittmuster übernommen habt, können alle Nähte wieder aufgetrennt werden. Achtung: die Heftnähte der Bund- und Bügelfalten werden nicht entfernt.

Habt ihr euch für geschlossene Bundfalten entschieden, findet ihr hier die weiteren Schritte, um sie zuzusteppen.

11. Tascheneingriff der Vorderhose zurechtschneiden

Bei einer Hose, die vorne Eingrifftaschen/Flügeltaschen (keine Paspel- oder Nahttaschen) hat, müssen diese jetzt noch zurechtgeschnitten werden.

Das Bild zeigt, wie der Tascheneingriff am Schnittmuster weggeschnitten wird.
Der Tascheneingriff wird weggeschnitten.

Zuerst schneide ich am Papierschnittmuster entsprechend der Markierung den Tascheneingriff weg.

Das Bild zeigt, wie der Tascheneingriff übertragen wird.
Der Tascheneingriff wird eingezeichnet.

Dann lege ich das Schnittmusterteil auf die Vorderhose und markiere den Tascheneingriff auf der rechten Stoffseite.

Bei einer ungefütterten Vorderhose könnt ihr den Tascheneingriff nun wegschneiden. Wiederholt die Schritte für die zweite Vorderhose, bevor ihr mit dem nächsten Schritt (Links siehe unten) weitermacht.

Das Bild zeigt den markierten Tascheneingriff.
Der Tascheneingriff wird gesichert.

Bei der gefütterten Vorderhose sichere ich zunächst den Tascheneingriff, bevor ich den überschüssigen Stoff abschneide.

Tascheneingriff sichern und Beschneiden bei Flügeltasche
Tascheneingriff sichern und Beschneiden bei Flügeltasche

Dazu nähe ich knapp neben der Markierung durch beide Stofflagen. Anschließend kann ich auch hier den Tascheneingriff an der Markierung wegschneiden. Diese Schritte wiederhole ich für die zweite Vorderhose.

Tascheneingriff am Taschenbeutel und Beleg sichern
Tascheneingriff am Taschenbeutel und Beleg sichern

Bei einer gefütterten Hose mit Eingrifftaschen würde eine Verstärkung des Eingriffs auf dem Futterstoff der Vorderhose nicht gut funktionieren. Daher  wird der Tascheneingriff am Beleg des oberen Taschenbeutels auf der linken Stoffseite verstärkt, wie links im Bild zu sehen.

Wenn ihr den oberen Taschenbeutel ohne Beleg näht, wird auf dem Taschenbeutel selbst verstärkt (rechtes Bild).

Hier findet ihr die Links zum nächsten Arbeitsschritt. Wählt den Link, der zu der von euch gewählten Taschenform gehört.

Wenn ihr bei der Hinterhose keine Taschen haben möchtet, geht es hier weiter:

Falls ihr noch gar nicht so weit seid und vielleicht ganz vorn anfangen wollt, findet ihr hier noch einige Links: