Das Bild zeigt das Titelbild der Anleitung "Hose nähen - Tipps und Tricks"

Hose nähen – Tipps und Tricks vorab #E01

Im folgenden Beitrag erfahrt ihr viele Tipps & Tricks zum Nähen einer Hose. Wenn ihr noch weitere Ideen habt, die hier aufgenommen werden sollten, schreibt gerne eine Mail.

Nähanleitung

Ich empfehle euch, die einzelnen Teile der Anleitung zum Nähen der Hose einmal Schritt für Schritt durchzulesen bzw. die Videos anzusehen, bevor ihr eure erste Hose näht. Spätestens, wenn ihr irgendwie nicht weiterkommt, hilft es oft schon, auch die nächsten Schritte zu lesen oder anzusehen – vielleicht sind eure Fragen dann schon beantwortet.

Die smartPATTERN-Anleitungen sind ein Baukastensystem. Für jedes Schnittmuster stelle ich die individuelle Anleitung aus den verschiedenen Teilen passend zusammen. Die Links zu den Teilen, die ihr benötigt, erhaltet ihr zusammen mit eurem Schnittmuster und den dazugehörigen Infos. Dort sind die Teile der Anleitung schon in der Reihenfolge, wie ihr die Hose nähen könnt, sortiert.

Alle Anleitungen sind auf die Maßschnittmuster ausgelegt. Ihr könnt sie aber natürlich auch nutzen, wenn ihr ein Schnittmuster in Standardgrößen bestellt habt.

Stoffe

Für eure Hose könnt ihr viele verschiedene Stoffe verwenden, z. B. Twill, Stretch-Twill, leichteren Denim, Leinen …

Natürlich soll der Stoff zum gewählten Schnittmuster passen. Wenn ihr euch für eine Variante für dehnbare Stoffe entschieden habt, muss der Stoff auch die notwendige Dehnbarkeit haben, damit die Hose am Ende gut passt.

Ich empfehle auf jeden Fall, den Stoff vorzuwaschen. Viele Stoffe laufen noch ein bisschen ein und es wäre doch zu schade, wenn eure neue Lieblingshose nach dem ersten Waschgang plötzlich zu klein ist.

Die benötigte Stoffmenge erfahrt ihr, wenn ihr euer Schnittmuster bekommt. Da es sich um ein Maßschnittmuster handelt, kann ich vorab keine Aussage dazu machen, wie viel Stoff genau benötigt wird.

Das Schnittmuster wird automatisch so angeordnet, dass möglichst wenig Papier benötigt wird. Das gleiche gilt für den Stoffverbrauch – in der Anleitung, die ihr bekommt, ist ein Lageplan für den Stoffzuschnitt enthalten und es ist auch genau angegeben, wie viel Stoff ihr für eure Hose braucht. Diese Angabe bezieht sich auf den vorgewaschenen – ggf. schon etwas eingelaufenen – Stoff.

Bei Standardschnittmustern sind die Schnittteile auch möglichst platzsparend angeordnet. Da mehrere Größen enthalten sind, bleibt aber natürlich etwas mehr Papier übrig, vor allem bei den kleineren Größen.

Einlagen und Kantenband

Ihr benötigt für eure Hose Kantenband (z. B. T 12 von Vlieseline), um die Tascheneingriffe vor dem Ausdehnen zu bewahren.

Bund und ggf. Teile des Hosenschlitzes müssen ebenfalls verstärkt werden. Wichtig ist, dass eure Einlage zum Stoff passt. Wenn ihr also einen dehnbaren Stoff habt, muss die Einlage auch dehnbar sein – ansonsten wird die Hose hinterher nicht passen. Lasst euch am besten beim Stoffkauf beraten, welche Einlage dazu passt. Für dehnbare Stoffe kommt z. B. G 405 in Frage, bei nicht dehnbaren Stoffen könnt ihr – je nach Festigkeit des Stoffes – auch eine H 180 oder H 200 verwenden.

In der Anleitung zum Hose nähen ist das Aufbügeln der Einlage bei den jeweiligen Nähschritten beschrieben. Natürlich könnt ihr das auch schon direkt zu Beginn machen.
Das Schnittmuster enthält separate Teile für die Einlage, so dass ihr ganz einfach nachvollziehen könnt, welche Schnittteile eine Einlage bekommen. Diese sind etwas kleiner als die Schnittteile für den Hauptstoff. Das ist Absicht und soll verhindern, dass die Einlage übersteht und am Bügeleisen oder an der Bügelunterlage kleben bleibt.

Bei Hosen wird insbesondere bei leichten Stoffen sowohl der innere als auch der äußere Bund verstärkt. Wenn ihr einen stabilen Stoff verwendet, ist es nicht unbedingt nötig, auch die innere Bundseite zu fixieren. Das ist aber Geschmackssache und davon abhängig, ob ihr den Bund lieber stabil oder weicher haben möchtet.

Übrigens, solltet ihr eine Bügelpresse haben, weil ihr z. B. auch gerne plottet oder siebdruckt, könnt ihr die auch zum Aufbügeln der Einlage verwenden. Meist ist die Temperatur bei der Presse gleichmäßiger verteilt als beim Bügeleisen und die Einlage hält besser am Stoff.

Nadel und Faden

Für ein gutes Nähergebnis müssen Nadel und Faden zueinander und zum Stoff passen. Für leichte Stoffe können die Nadeln dünner sein, bei dickeren/festeren Stoffen braucht es auch eine etwas dickere Nadel. Meist werdet ihr mit einer Universalnadel in der Stärke 80 gut zurechtkommen.

Gerade wenn ihr unsicher seid, ob Stoff und Nadel zusammenpassen, empfehle ich, das an einem Reststück zu testen. Da könnt ihr auch direkt mal ausprobieren, wie verschiedene Stichlängen oder Zickzack-Stiche aussehen.
Ich nähe normale Nähte meist mit einer Stichlänge von 2,6 bis 2,8.

Falls ihr Absteppnähte als Ziernaht nähen möchtet, könnt ihr dafür z. B. kontrastfarbiges Garn, Jeansgarn oder Ähnliches verwenden. Auch hier empfehle ich einen Test an einem Reststück. Wenn ihr Jeansgarn zum Absteppen verwenden möchtet, wird das nur für den Oberfaden verwendet. Als Unterfaden nimmt man ein farblich passendes normales Nähgarn.
Für Ziernähte verwende ich eine Stichlänge von 3,5. Probiert hier einfach mal aus, was euch am besten gefällt.

Knöpfe und Reißverschluss

In eurer Anleitung ist angegeben, wie viele Knöpfe ihr für eure gewählte Variante benötigt und – sofern der Hosenschlitz mit Reißverschluss genäht wird – auch die Länge des Reißverschlusses. Wenn ihr keinen Reißverschluss in der angegebenen Länge findet, könnt ihr entweder einen nehmen, der einen Zentimeter kürzer ist und ihn oben so ansetzen, wie in der Anleitung beschrieben, oder ihr kürzt den Reißverschluss selbst auf die richtige Länge.

Dabei werden Reißverschlüsse mit Zähnen am oberen Ende gekürzt. Spiral-Reißverschlüsse kürzt man am unteren Ende ein.
Anleitungen, wie man einen Reißverschluss kürzt, gibt es im Internet ganz viele – sucht euch da einfach die für euch passende aus.

Die angegebenen Knopfgrößen sind eine Empfehlung. Wenn ihr eine andere Größe schöner findet, könnt ihr sie natürlich verwenden. Achtet nur darauf, dass die Größe der Knopflöcher zu den Knöpfen passt.

Nahtzugaben

Im Schnittmuster sind alle notwendigen Nahtzugaben enthalten und eingezeichnet. Beachtet, dass die Nahtzugaben nicht überall gleich breit sind. Damit ggf. noch Anpassungen möglich sind, haben die Beinaußennähte meist eine breitere Nahtzugabe als zum Beispiel die Hosentaschen.

Anprobe

In der Anleitung wird empfohlen, die Hose zur Anprobe vorzubereiten.

Bitte macht das unbedingt und näht dazu auch den Bund an, denn nur so bekommt ihr einen realistischen Eindruck, wie die Hose sitzt!!!

An diesem Punkt können Änderungen und Anpassungen noch ohne großen Aufwand vorgenommen werden. Natürlich habt ihr ein Maßschnittmuster gekauft und das sollte sehr gut sitzen, aber selbst bei gleichen Maßen können sich leicht unterschiedliche Passformen ergeben und es ist auch immer subjektiv, ob man die Hose lieber etwas enger oder doch ein bisschen lockerer trägt. Da machen drei oder fünf Millimeter schonmal einen Unterschied.

Der Hosenschlitz – rechts oder links?

Bei smartPATTERN haben alle Schnittmuster für Chinos und Jeans, egal ob für Frauen oder Männer, den Hosenschlitz so, dass man den Reißverschluss mit der rechten Hand schließen kann. Bei den klassischen Frauenhosen wird der Reißverschluss mit der linken Hand geschlossen.
Wenn ihr das lieber andersrum haben möchtet, müsst ihr die entsprechenden Schnittteile spiegeln und das dann natürlich auch bei der weiteren Verarbeitung beachten.