Angeschnittenen Bund und Schlitz mit Reißverschluss bei klassischer Hose nähen #ZB01
Wie ich einen angeschnittenen Bund und den Schlitz mit Reißverschluss bei einer klassischen Hose nähe, erkläre ich euch in der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Dabei gehe ich auch darauf ein, wie bei Bedarf ein Reißverschluss gekürzt werden kann und wie die Gürtelschlaufen genäht werden. Die Verarbeitung ist relativ aufwändig, aber das Ergebnis ist alle Mühe wert. Ich wünsche euch viel Spaß und gutes Gelingen!
1. Das wird benötigt:

Schnittteile aus Oberstoff:
- Linkes und rechtes Hosenbein, bei denen schon die Taschen eingearbeitet und die Seitennähte geschlossen sind
- Schlitzbeleg (ZB)
- Schlitzuntertritt (ZU)
- Gürtelschlaufen (GS)
- Vorderer Bundbeleg (BB VH) – 1 Paar
- Hinterer Bundbeleg (BB HH) – 1 Paar
Schnittteile aus Einlage:
- Schlitzbeleg (EZB)
- Schlitzuntertritt (EZU)
- Vorderer Bundbeleg (EBB VH) – 1 Paar
- Hinterer Bundbeleg (EBB HH) – 1 Paar
Schnittmusterteile aus Papier:
- Schablone für die Schlitzsteppung (P-SZ)
- Schablone für die Gürtelschlaufen (P-GS)
- Schablone für das Bund-Knopfloch (P-BK)
- Vorderer und hinterer Bundbeleg (BB-VH und BB-HH) für die Position der Gürtelschlaufen
Werkzeuge und Hilfsmittel:
- Reißverschluss (Länge s. Schnittmuster oder PDF-Anleitung)
- 1 oder 2 Knöpfe oder Hosenhaken für den Bund
- Stecknadeln oder Clips
- Handarbeitsschere
- Kreide oder Markierstift
- Langes Lineal
- ggf. Heftfaden und Nähnadel
- ggf. passendes Nähgarn und Nähnadel
- einen dicken Faden zum Wenden der Gürtelschlaufen
- zum Einfassen der Bundunterkante ein Stück dünnen (Futter-) Stoff zum Zuschneiden der Schrägstreifen oder fertiges Schrägband
2. Vordere Kante für den Schlitz zurückschneiden

Meine Vorderhose hier im Beispiel bekommt Bundfalten und ist unterfüttert, weshalb ich die vordere Kante an der Seite, wo später die Schlitzsteppung sein wird, bereits zurückgeschnitten habe. Wenn das bei euch auch schon erledigt ist, könnt ihr direkt zu Schritt 3 springen.
Wenn ihr ohne Kniefutter arbeitet, sind die beiden Teile noch identisch und die vordere Kante muss zurückgeschnitten werden. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, erkläre ich euch jetzt.

Bei welchem der vorderen Hosenteile ich die vordere Kante beschneide, ist davon abhängig, von welcher Seite ich später an den Hosenschlitz greifen möchte. Klassische Damenhosen haben den Eingriff häufig von der linken Seite, den Eingriff von der rechten Seite sieht man oft bei Chinos und in der Regel bei Herrenhosen. Ich zeige euch hier die klassische Damenschlitzvariante. Für die andere Version würde ich gespiegelt arbeiten.

Ich lege das Schnittmusterteil auf und markiere parallel diesen überstehenden Betrag von der vorderen Kante. An der Markierung schneide ich den schmalen Stoffstreifen weg.

Um den gleichen Betrag wird auch der dazugehörige vordere Bundbeleg an der vorderen Kante gekürzt. Ich lege die Belege mit der linken Stoffseite nach oben vor mich hin, also so, wie sie später unter den Vorderteilen liegen werden, markiere den Betrag auf der gleichen Seite, wie bei der Hose, und schneide ihn weg.
3. Tascheneingriff bei Flügeltaschen
Wenn ihr euch für Flügeltaschen, also eine der Taschenformen “banana”, “französisch” oder “eckig” entschieden habt, muss der Tascheneingriff im oberen Bereich noch ein Stück weit geschlossen werden.

Ich messe die Breite eines Bundbelegs und markiere den Wert minus 1 cm vom oberen Rand aus entlang des Tascheneingriffes.
Kurz unterhalb dieser Markierung stecke ich den Eingriff fest.

Dann steppe ich den Tascheneingriff, beginnend an der oberen Kante, genau auf der Naht vorhandenen Naht. An der Markierung wende ich den Stoff, nähe in Richtung der Kante, wende wieder und steppe dann nach oben hin zusätzlich knappkantig ab.

Alternativ könnt ihr den Tascheneingriff auch unsichtbar von Hand mit einem Punkt- oder Staffierstich befestigen.
Option: Bundfalten schließen

Wenn eure Hose Bundfalten hat, sollten diese ebenfalls mindestens bis zur gleichen Höhe geschlossen werden. Ich habe das hier bereits erledigt – so, wie es in der Anleitung zu den Bundfalten beschrieben wird.
4. Bundbelege für den angeschnittenen Bund verbinden

Nun werden jeweils der hintere und vordere Bundbeleg an der Seitennaht verbunden. Dafür lege ich die Bundbelege an der Seitenkante rechts auf rechts aufeinander und stecke sie zusammen.

Die Breite der Nahtzugaben könnt ihr an den Knipsen erkennen oder im Schnittmuster nachmessen.

Die Belege werden dann mit der entsprechenden Nahtbreite zusammengenäht.

Dann versäubere ich die Nahtzugaben mit der Overlock oder einem Zick-Zack-Stich und bügle sie auseinander.
5. Unterkante der Bundbelege versäubern
Wir ihr die Bundunterkante versäubert, ist Geschmackssache.

Die einfachste Lösung ist es, sie mit der Overlock zu versäubern. Ihr könnte sie auch mit einem Schrägband einzufassen. Eine Anleitung dazu findet ihr in der Anleitung B04.
6. Gürtelschlaufen vorbereiten
Als nächstes bereite ich die Gürtelschlaufen vor. Da ich an meinen Gürtelschlaufen keine sichtbare Naht haben möchte, werde ich den Streifen verstürzen.

Dazu riegele ich zunächst am kurzen Ende auf der rechten Stoffseite mittig den Wendefaden fest. Er muss einige cm länger sein, als der Stoffstreifen.

Anschließend falte ich den Streifen an der Längskante auf die Hälfte. Der Faden liegt an der Bruchlinie.

Die lange Seite des Streifens nähe ich mit 4mm Nahtbreite zusammen.

Dann bügle ich die Nahtzugaben auseinander.

Zum Wenden ziehe ich am Wendefaden, so dass die rechte Stoffseite anschließend außen liegt.

Der Streifen wird nun glattgebügelt. Dabei achte ich darauf, dass die Naht etwa in der Mitte des Streifens liegt.

Aus dem langen Streifen schneide ich nun die Gürtelschlaufen zurecht. Mit Hilfe der kleinen Schablone für die Gürtelschlaufe markiere ich die entsprechende Schnittlänge.
7. Gürtelschlaufen an den angeschnittenen Bund nähen
Damit ich die Gürtelschlaufen später nicht an der oberen Kante vom angeschnittenen Bund aufriegeln muss, nähe ich sie in der oberen Bundkante ein.

Die Positionen für die Gürtelschlaufen sind auf den Schnittmusterteilen der Bundbelege markiert. Ihr erkennt sie an den eng beieinander liegenden Knipsen oder als Linie dargestellt. Wenn nicht bereits als Knips in den Stoff übertragen, markiere ich die Position der Gürtelschlaufen auf den Hosenteilen. Ihr könnt natürlich auch andere Positionen wählen und das so gestalten, wie ihr möchtet.

Nun platziere ich die Gürtelschlaufen mit der Innenseite, also der Seite mit der Naht, auf der Außenseite der Hose und stecke sie bündig an der Oberkante fest.
Das andere Hosenteil platziere ich gespiegelt und stecke die Gürtelschlaufen gegengleich fest.

So nähe ich sie mit einer Hilfsnaht mit 5 mm Kantenabstand innerhalb der Nahtzugaben an.
8. Schlitzteile vorbereiten und Schnittkanten versäubern

Falls ihr das noch nicht gemacht habt, bügelt jetzt die Einlage auf die linke Stoffseite von Schlitzuntertritt und Schlitzbeleg.

Anschließend falte ich den Schlitzuntertritt rechts auf rechts längs auf die Hälfte und stecke die Schnittkanten zusammen.
Die schmalen Enden nähe ich mit 10 mm Nahtbreite zusammen, wende das Teil zur Außenseite und bügle es in der Hälfte zusammen.

Nun werden die offenen Schnittkanten mit einem Overlock- oder Zick-Zack-Stich versäubert: am Schlitzuntertritt die doppelte Längskante und am Schlitzbeleg die hintere gerundete Kante und die vordere Kante bis zum Knips.

Falls noch nicht erledigt, werden noch die vordere Kante des Vorderteiles an der Untertrittseite und die Schritt-/Gesäßnaht versäubert. Wenn ihr den Bundbeleg später nicht an der Unterkante feststeppt, versäubert auch die Oberkante der Hosenteile
9. Reißverschluss vorbereiten

Die benötigte Reißverschlusslänge ist auf dem Schnittmuster der Vorderhose vermerkt. Ihr findet sie auch in der PDF-Anleitung, die ihr mit eurem Schnittmuster bekommen habt.
Wenn ihr keinen Reißverschluss in der angegebenen Länge habt, könnt ihr einen etwas längeren Kunststoff-Spiralreißverschluss leicht selbst kürzen.

Dazu markiere ich mir zunächst die benötigte Länge, gemessen ab dem oberen Ende des Reißverschlusses.

Anschließend verriegle ich quer über das markierte Ende. Ihr könnt entweder mehrmals vor- und zurücknähen oder einen Zickzackstich verwenden.
Ca. 1,5 cm darunter schneide ich das überschüssige Band ab.

Die Spirale schneide ich bis ca. 5 mm unterhalb der Verriegelung zurück.

Damit der Reißverschluss später nicht einläuft, überbügle ich ihn nochmal bzw. dämpfe ihn ab.
10. Reißverschluss an der Untertrittseite annähen

Am linken Vorderteil markiere ich 7 mm Abstand zur vorderen Schnittkante. Von der Oberkante markiere ich die Breite der Bundbelege minus 1 cm. Also bei 6 cm Belegbreite 5 cm Abstand.

Dann falte ich das Band, das an die Untertrittseite genäht wird, oben so um, dass es möglichst dicht am Ende der Spirale liegt und die obere Kante seitlich hinter dem Band endet. So stecke ich es fest.

An der Markierung lege ich den Reißverschluss rechts auf rechts auf das Vorderteil, das heißt mit dem Schieber zur rechten Stoffseite, und stecke ihn fest.

Dann steppe ich das Reißverschlussband schmalkantig auf.
Im oberen Teil öffne ich den Reißverschluss, damit der Schieber beim Annähen nicht stört.
11. Linken Bundbeleg und Untertritt an den angeschnittenen Bund nähen

Ich lege das linke Hosenbein so hin, dass die linke Stoffseite der Vorderhose zu mir zeigt, und markiere vorn einen Abstand von 11 Millimetern zur Oberkante.

Dann schiebe ich den Untertritt so unter die vordere Kante, dass er oben genau an der Markierung anliegt und an der versäuberten Längskante 2 Millimeter hervorschaut. So stecke ich ihn fest.
Vom Schlitzende aus markiere ich etwa 2 Zentimeter nach oben. Bis zu dieser Markierung nähe ich den Untertritt, an der Oberkante beginnend, mit 10 Millimetern Nahtbreite an.

Dabei achte ich darauf, dass ich am Vorderteil genau in oder direkt neben der Naht nähe, mit der ich den Reißverschluss zuvor angenäht habe.

So sieht der verbundene Schlitzuntertritt aus.

Nun lege ich den Bundbeleg rechts auf rechts und bündig an der Oberkante auf das linke Hosenteil und stecke ihn fest.
Die Seitennähte treffen genau aufeinander. Vorne liegt der Beleg bündig mit dem Vorderteil, also 2 Millimeter vor der Kante des Untertritts. Auch hinten stecke ich die Teile bündig aufeinander.

Die vordere Kante nähe ich von der Innenseite aus an, da ich dort wieder genau in der Naht nähen kann, mit der ich den Untertritt angenäht habe.

An der oberen Kante lasse ich die ersten 4 Zentimeter zunächst aus und nähe diesen Abschnitt anschließend mit einem Reißverschlussfuß, mit dem ich besser am innenliegenden Untertritt vorbeikomme.
12. Rechten Schlitzbeleg und Bundbeleg vorbereiten

Nun lege ich den Bundbeleg rechts auf rechts bündig an der Oberkante des rechten Hosenteils an.
Falls ihr statt eines Knopflochs einen verdeckten Haken verwenden möchtet, der eingeschlagen wird, solltet ihr diesen jetzt an der Belegseite befestigen.

Die Bundunterkante schlage ich auf einer Länge von etwa 3 Zentimetern 9 Millimeter breit zur Innenseite um und bügle sie fest.

Von dort beginne ich, den Beleg vorne und an der oberen Kante bis zur hinteren Mitte festzustecken. An der Seitennaht achte ich wieder darauf, dass diese genau aufeinandertreffen.
Dann lege ich den Schlitzbeleg an der vorderen Kante bündig, rechts auf rechts, auf die Vorderhose, sodass die Knipse am Schlitzende genau zusammentreffen. Diese Höhe markiere ich mir nochmal deutlich und stecke die Kanten zusammen. Oben liegt die Schnittkante dabei etwas oberhalb der umgebügelten Unterkante des Bundbeleges.

Die Belege werden nun an der oberen Kante und an der vorderen Kante bis zum Schlitzende mit 10 Millimetern Nahtbreite angenäht und am Schlitzende mit einem Vor- und Rückstich gesichert.

Am Schlitzende schneide ich die Nahtzugabe bis knapp vor den letzten Stich ein.

Dann wird der Beleg zur Seite geklappt und die Ansatznaht schmalkantig auf der Belegseite niedergesteppt.
13. Ansatznähte vom angeschnittenen Bund niedersteppen

An beiden Hosenteilen wird die Ansatznaht zur Belegseite gebügelt.

Anschließend könnt ihr sie schmalkantig auf dem Beleg absteppen – so weit, wie ihr gut drankommt.
14. Bundkante wenden und bügeln

Bevor ich den angeschnittenen Bund zur Außenseite wende, schneide ich links am Untertritt die obere Spitze der Nahtzugabe schräg ab.

Für das Wenden der Ecken zeige ich euch diesmal eine Variante, bei der die Nahtzugaben an der Ecke nicht verschnitten werden. Dazu greife ich mit dem Daumen in die Ecke, falte die Nahtzugabe der kurzen Naht gerade nach innen und lege die der langen Kante darüber.

Dann halte ich die Lagen mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger vor der oberen Naht fest und wende die Außenseite mit der anderen Hand darüber.

Ggf. könnt ihr die Ecke nun nochmal mit einem Kantenformer ausformen.

Dann werden die Ecken und die oberen Bundkanten beider Hosenteile gebügelt. Dabei achte ich darauf, dass die Belegansatznaht leicht nach innen versetzt liegt. Beim Bügeln lege ich alles schön glatt hin, damit sich nichts verzieht.

Die oberen Kanten stecke ich mit Klammern fest.

Beim Bügeln des Schlitzbelegs achte ich darauf, dass die untere Kante bündig an der Schnittkante der Vorderhose liegt. Dann stecke ich auch den Schlitzbeleg fest.
15. Hosenbeine verbinden
Vorbereitungen

Bevor die Hosenbeine miteinander verbunden werden können, muss die Ansatznaht am Untertritt noch zum Vorderteil gebügelt werden.

Falls ihr das noch nicht gemacht habt, müsst ihr das Schlitzende noch einknipsen, sodass die Schnittkante der Schrittkurve nach vorn zeigt.
Sollte die vordere Mitte, die ihr zur Anprobe schon markiert habt, nicht mehr sichtbar sein, zeichnet euch diese nochmal mit 7 mm Abstand zur Ansatznaht ein.
Nun können die Hosenbeine verbunden werden.
Wir schon in der Anleitung zur Anprobe erklärt, übertrage ich zunächst Nahtbreite und Nahtverlauf der hinteren Mitte vom Schnittmuster auf die linke Stoffseite des rechten Hosenbeines.

Vielleicht sind die „alten Linien“ bei euch auch noch sichtbar, ansonsten übertragt sie nochmal vom Schnittmuster auf das Hosenteil.
Der Betrag für die Nahtbreite an der Oberkante gilt, wie auch im Schnittmuster zu erkennen, auch für den Bundbeleg. An der Vorderhose markiere ich das Schlitzende.

Dann werden die beiden Hosenteile rechts auf rechts ineinandergelegt.
Dazu wird das linke Hosenbein zunächst gewendet, sodass die rechte Stoffseite nach außen sichtbar ist.

Anschließend schiebe ich das gewendete linke in das rechte Hosenbein, auf dem ich die Nahtlinie markiert habe.

Achtet darauf, dass die inneren Beinnähte in der Schrittkurve genau aufeinandertreffen, bevor ihr sie feststeckt.
Die Hinterhosen lege ich an der Gesäßnaht bündig übereinander und stecke sie von der Bundkante beginnend zusammen.
Vorne achte ich ebenfalls darauf, dass die Teile an der Schrittkurve bündig liegen und die vordere Mitte exakt übereinander passt.

Nun wird die Naht von der hinteren Bundkante bis exakt an das Schlitzende mit einer recht kurzen Stichlänge von ca. 2 cm zusammengenäht und mit vor und Rückstich gesichert.

Im Bereich der unteren Gesäßnaht könnt ihr einen leichten Zug ausüben, da dieser Bereich später stark beansprucht wird.

An der Hinterhose dehne ich die Nahtzugabe der Schrittkurve durch Bügeln, damit es in diesem Bereich später keine Spannungen gibt.

Die Nahtzugabe an der hinteren Mitte wird bis zum unteren Knips an der Gesäßnaht auseinandergebügelt.

Damit die Nahtzugaben an der versäuberten Belegunterkante bei einer offenen Belegverarbeitung nicht herausschauen, könnt ihr die sie schräg nach innen falten, festbügeln und mit einem kleinen Handstich fixieren.

Hier seht ihr, wie sich die Nähte an der hinteren Mitte exakt treffen.
Ich bügle die Bundkante in der hinteren Mitte nun wieder um und stecke sie fest.
16. Reißverschluss an den Schlitzbeleg steppen

Als Nächstes wird der Reißverschluss mit dem Schlitzbeleg verbunden. Ich lege die vorderen Mitten an der Markierung übereinander und stecke sie an der Kante fest.

Dann lege ich den Schlitzbereich mit der Innenseite nach oben glatt vor mich hin. Wenn ihr ein Ärmelbrett habt, könnt ihr das nutzen, um die Hose darüber zu legen. Ich klappe den Untertritt zur Seite und schiebe ein Handmaß zwischen Beleg und Vorderteil, damit ich beim Anstecken des Reißverschlussbandes an den Schlitzbeleg das Vorderteil nicht mitfasse.

Dann steppe ich das Reißverschlussband schmalkantig auf den Schlitzbeleg.

So sieht der Schlitzbeleg mit aufgenähtem Reißverschluss jetzt von der Rückseite aus.
17. Belegunterkante am angeschnittenen Bund feststecken

Jetzt wird die Unterkante des Bundbelegs am angeschnittenen Bund befestigt.
Ihr könnt das mit einer von außen sichtbaren Steppnaht machen oder den Beleg an mehreren Stellen nahezu unsichtbar im Nahtschatten oder mit den Gürtelschlaufen befestigen.
In der Skizze könnt ihr erkennen, wie die Hose mit sichtbar bzw. unsichtbar angenähtem Bundbeleg aussehen wird.

Für die Variante mit sichtbarer Steppung messt ihr zuerst an der Innenseite die sichtbare Belegbreite aus.

Dieses Maß abzüglich 1 cm ist der Abstand zur Bundoberkante, mit dem der Beleg später festgesteppt wird. Markiert das Maß rundum auf der Außenseite der Hose.

Wenn ihr den Bundbeleg unsichtbar befestigen möchtet, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel könnt ihr den Beleg im Nahtschatten der hinteren Mitte und der Seitennähten und auch an Abnähern und ggf. vorhandenen Bundfalten befestigen.

Alternativ könnt ihr den Bundbeleg von innen mit ein paar Handstichen an den Nahtzugaben und, wenn vorhanden, den Taschenbeuteln festnähen. Wenn ihr Gürtelschlaufen an eure Hose näht, kann der Beleg auch nur durch diese gehalten werden.

Bevor ich den Beleg am angeschnittenen Bund befestige, lege ich die Hose an der Bundkante schön glatt hin und stecke die Unterkante des Belegs ordentlich fest.
Steckt die Nadeln im rechten Winkel zur Stepprichtung. Wenn ihr den Beleg ringsum feststeppt also quer zur Bundkante.

Ich werde den Beleg im Nahtschatten der Außennähte feststeppen, daher stecke ich die Nadeln an der Bundunterkante quer zu diesen Längsnähten.
18. Schlitz steppen und Bundbeleg am angeschnittenen Bund befestigen

Bevor ich den Beleg feststeppe, zeichne ich noch die Schlitzsteppung an und befestige den Schlitzbeleg an der Vorderhose.
Dazu lege ich die Schlitzschablone auf der Außenseite des rechten Vorderteils an der vorderen Mitte und oben bündig auf und markiere den Verlauf.

Wenn ihr Haken am Bund einarbeitet, könnt ihr den Schlitz von der Oberkante beginnend steppen.
Bei Knopflöchern markiert die sichtbare Bundbelegbreite minus 1 cm von oben als Startpunkt. Wenn ihr den Bundbeleg von außen feststeppt, habt ihr diese Höhe schon markiert.

Nun lege ich das Handmaß unter den Schlitzbeleg, damit ich beim Stecken auch nur die beiden äußeren Stofflagen zusammenfasse.
Wenn ihr Knopflöcher mit der Maschine einarbeiten möchtet, empfehle ich euch, im Knopflochbereich zwischen Vorderteil und Beleg ein gefaltetes Stoffstück oder Stickvlies einzulegen und festzustecken. So entsteht ein Ausgleich zu den Nahtzugaben an der Kante, denn manche Maschinen haben mit den unterschiedlichen Höhen Probleme.

Bevor ich den Schlitz von außen absteppe prüfe ich nochmal, ob der Schlitzbeleg mit dem Reißverschluss auch wirklich unter dem Bundbeleg liegt.
Jetzt kann der Schlitz gesteppt werden. Wie schon erwähnt, bei Knöpflochern ab der Markierung, ansonsten ab der Bundoberkante.
Den Nahtbeginn verriegle ich mit Vor- und Rückstich und nähe auf der markierten Linie. Ihr könnt auch die Papierschablone wieder auflegen und genau daran entlang nähen.

Wenn ich an der Kurve angekommen bin, ziehe ich die Untertrittseite nach oben und klappe den Untertritt am unteren Ende hoch, damit ich nicht aus Versehen darüber steppe.
Achtet außerdem darauf, dass die Nahtzugabe der Schrittnaht auf der Seite liegt, auf der ihr den Schlitzbeleg feststeppt.

Jetzt wird der Bundbeleg wie zuvor beschrieben am angeschnittenen Bund befestigt. Wenn ihr ihn ringsum feststeppt und der Schlitz ab der Oberkante gesteppt ist könnt ihr an der Schlitzsteppung enden, so dass sich die Steppungen nicht überkreuzen. Natürlich könnt ihr auch bis zur Vorderkante steppen, wenn euch das besser gefällt.
Da ich die Verarbeitung ohne sichtbare Steppung gewählt habe steppe ich nun den Bundbeleg nur im Nahtschatten der hinteren Mitte und der Seitennähte fest.
19. Schlitzuntertritt verbinden

Der Schlitzuntertritt muss im unteren Bereich noch befestigt werden.

Ich stecke ihn an der Ansatznaht fest…

… und in der Rundung des Schlitzbelegs.

Dann nähe ich den Schlitzuntertritt an der Nahtzugabe der Ansatznaht fest.

An der Rundung verbinde ich Schlitzbeleg und -untertritt mit einer kurzen Naht oder einem kleinen Riegel. Um möglichst dicht an die Naht heranzukommen, nutze ich den Reißverschlussfuß.

Die Ansatznaht des Untertrittes wird jetzt noch schmalkantig auf dem Vorderteil niedergesteppt.

Je nach Designwunsch kann das Schlitzende von der Außenseite mit einem Hand- oder Maschinenstich – quer oder längs – verriegelt werden. Ich arbeite hier einen Längsriegel mit einem engen Zickzackstich, 1,5 mm breit und 0,4 mm lang. Testet den Stich am besten, bevor ihr ihn an die Hose näht.
20. Knopfloch in den angeschnittenen Bund einarbeiten
An der Übertrittseite wird nun das Knopfloch in den angeschnittenen Bund eingearbeitet. Wenn ihr euch für die breitere Bundvariante entschieden habt, sind zwei Knopflöcher vorgesehen.
Wie oben schon beschrieben, könnt ihr alternativ auch Hosenhaken verwenden. Je nach Variante habt ihr diese entweder bereits eingeschlagen oder könnt sie nun annähen.

Anfangspunkt und Verlauf des Knopfloches übertrage ich von der Schablone auf den angeschnittenen Bund.

Die Länge des Knopfloches richtet sich nach der Knopfgröße.

Zum Nähen verwende ich die Knopflochfunktion meiner Nähmaschine. Testet das Knopfloch am besten zunächst an einem Reststück. Wenn ihr hier mehr Anleitung benötigt, schaut gerne in der Anleitung B03 nach.
Das fertige Knopfloch trenne oder schneide ich vorsichtig auf.
21. Gürtelschlaufen auf den angeschnittenen Bund nähen

Bevor ich den Knopf bzw. den Steg des Hosenhakens annähe und die Gürtelschlaufen befestige bügle ich die Bundkante noch einmal gründlich durch.

Damit genug Platz für die Gürtelhöhe bzw. -dicke bleibt, falte ich die Gürtelschlaufen etwa 3 mm oberhalb der Bundkante nach unten um und stecke sie fest.

Anschließend schlage ich die untere Kante etwa 6 mm um und riegle sie entweder mit einem kurzen Geradstich oder mit einem schmalen, engen Zick-Zack-Stich fest.

Damit der Nähfuß beim Steppen gleich auf der richtigen Höhe steht und den Stoff besser transportiert ist es hilfreich, ein doppelt gefaltetes Stoffstück, zum Beispiel einen kleinen Rest vom Gürtelschlaufenzuschnitt, vor und gegebenenfalls auch hinter die Schlaufe zu legen. Alternativ könnt ihr dafür natürlich auch einen sogenannten Höhenausgleich aus Kunststoff verwenden.
Mit Hilfe der Schere schiebe ich den Umschlag unter die Schlaufe. Um ganz parallel zur Kante zu steppen kann es hilfreich sein, einen schmalen Streifen aus Papier zur Orientierung mit unter den Nähfuß zu legen.
22. Knopf oder Steg an den angeschnittenen Bund nähen

Zum Markieren der Knopfposition schließe ich den Reißverschluss und achte darauf, dass die vordere Mitte auch an der oberen Bundkante übereinander liegt.
Dann markiere ich durch die äußere Öffnung des Knopfloches die Position auf der Untertrittseite und nähe den Knopf an, so dass er nach dem Schließen am Knopflochrand anliegt.
Wenn ihr einen Hosenhaken verwendet, wir nun der Steg angenäht. Legt auch dazu die Hose wie oben beschrieben hin, klappt den Übertritt leicht zur Seite und markiert auf dem Untertritt die Position für den Steg.

Zum Schluss entferne ich, sofern noch vorhanden, alle Heftfäden und bügle die Hose nochmal.

Und fertig ist eure Hose mit dem angeschnittenen Bund!
Ich wünsche euch viel Spaß damit.