Anleitung zum Schnittmuster “Easy-Wideleg-Hose HE01”

Coverbild Anleitung HE01

Wir freuen uns, dass ihr euch für das Schnittmuster unserer Easy-Wideleg-Hose HE01 interessiert oder es vielleicht sogar schon als Papier- oder PDF-Schnittmuster gekauft habt!

Diese Easy-Wideleg-Hose ist aus einer Idee von Annika @frau.a.w. für eine leichte, bequeme Sommerhose entstanden. Sie wünschte sich eine Schlupfhose mit extra langem, weitem Bein, Nahttaschen vorne und einer aufgesetzten Tasche hinten.

In den angeschnittenen Bund wird ein 2,5 cm breites Gummiband eingezogen. Zusätzlich können ein Bindeband aus dem Hosenstoff oder eine fertige Kordel eingezogen werden. Das gibt nicht nur zusätzlichen Halt, sondern ist auch optisch tolles Detail.

In dieser Anleitung findet ihr alle notwendigen Informationen und Erklärungen, um euch die Easy-Wideleg-Hose nach euren Wünschen zu nähen.

Schaut auch gerne mal in unsere FAQ – dort findet ihr Antworten auf viele Fragen, Tipps zum Kauf von Stoffen und Zubehör usw.

Wenn eure Fragen dort nicht beantwortet werden oder ihr Feedback für uns habt, schreibt uns gerne eine E-Mail an hallo@smartpattern.de.

 

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, unsere Anleitungen nur online zur Verfügung zu stellen. Das spart viel Papier, denn längst nicht jede/r möchte eine ausgedruckte Anleitung verwenden. Außerdem könnt ihr reinzoomen, wenn ihr etwas nicht auf Anhieb erkennen könnt oder die Schrift zu klein ist. Natürlich könnt ihr die einzelnen Anleitungen auch ausdrucken, wenn ihr möchtet. Nutzt dazu die entsprechenden Druckmöglichkeiten in eurem Internetbrowser. In vielen Browsern ist es übrigens auch möglich, die jeweilige Seite so zu speichern, dass sie offline verfügbar ist. Dann braucht ihr nicht ständig eine Internetverbindung, während ihr näht, und könnt euch den Ausdruck auf Papier trotzdem sparen.

Größen und Maße

Größenauswahl

Wählt eure Größe anhand des Hüftumfanges. Im Schnittmuster ist für die Hüfte eine Mehrweite, also eine Differenz zwischen Körper- und Fertigmaßen, von 6 – 8 cm, vorgesehen.

Körper- und Fertigmaßtabelle

Ihr findet hier eine Körpermaßtabelle, die ihr mit euren eigenen Maßen vergleichen könnt. Alle Maße sind in cm angegeben! Falls ihr in inch umrechnen möchtet, teilt die Werte durch 2,54.

inch Größe (Weite/Länge)26/3127/3128/3129/3131/3132/3134/3136/3139/3142/3144/3147/3150/3153/3157/3160/31
US Größe024681012141618202224262830
UK Größe46810121416182022242628303234
EU Größe32343638404244464850525456586062
Bundumfang7275788185899399105111117123131138146153
Gesäßumfang88919497101105109115120126131137144151158165
Oberschenkelumfang53555658606264676972747780848791
Seitenlänge bis Bundkante100100101101101102102103103103104104105105106106
innere Beinlänge78787878787878787878787878787878

Zu den Anleitungen zum richtigen Maßnehmen kommt ihr, wenn ihr auf den Button klickt.

zur Messanleitung

Der nächsten Tabelle könnt ihr die Fertigmaße der Easy-Wideleg-Hose entnehmen und so entscheiden, wie locker sie sitzen soll. Beachtet, dass der gedehnte Bund so weit sein muss, dass er über eure stärkste Stelle, also in der Regel über eure Hüfte, passt.

inch Größe (Weite/Länge)26/3127/3128/3129/3131/3132/3134/3136/3139/3142/3144/3147/3150/3153/3157/3160/31
US Größe024681012141618202224262830
UK Größe46810121416182022242628303234
EU Größe32343638404244464850525456586062
1/2 Bundumfang glatt ohne Gummiband45464849515355586163666972767983
1/2 Gesäßumfang*48495152545658616466697275798286
1/2 Oberschenkelumfang30313233343637384041434446485052
Seitenlänge bis Bundkante103104104105105106106107108108109109110110111111
innere Beinlänge76767676767676767676767676757575
* Gesäßhöhe ab Bundkante18191920202121212222232324242525

Auch hier sind alle Maße sind in cm angegeben! Falls ihr in inch umrechnen möchtet, teilt die Werte durch 2,54.

Produktbeschreibung

Die Easy-Wideleg-Hose HE01 ist eine legere, bequeme Hose mit schmalem Gummibund und Bindeband, mittlerer Bundhöhe und tiefem Schritt. Die weiten, geraden Beine fallen in einer großzügigen Länge bis auf den Boden – wer eine kürzere Variante bevorzugt, kann den Saum einfach nach Bedarf kürzen.

Nahttaschen an den Seiten sowie eine aufgesetzte Tasche auf der rechten Hinterhose geben der Hose einen lässigen, alltagstauglichen Look. Das Beste daran: Die Hose ist schnell und einfach genäht – ein tolles Projekt für alle, die unkompliziert ein neues Lieblingsteil nähen möchten.

Ausgelegt sind Schnittmuster und Anleitung für leichtere, möglichst weich fallende Stoffe, z. B. Wolle, Leinen, Baumwolle, Twill …

Allgemeine Hinweise

Nahtzugaben

Bitte schaut euch die Nahtzugaben im Schnittmuster genau an – sie können variieren. Wir arbeiten teilweise mit breiteren Nahtzugaben als 1 cm, damit bei Bedarf noch Anpassungen möglich sind.

Versäubern der Schnittkanten

Ich verwende zum Versäubern der Schnittkanten eine Overlockmaschine. Ihr könnt dafür aber auch einen Zickzackstich oder eine andere geeignete Methode verwenden.

Tipp für schmale Kantensteppungen

Wenn ihr für euere Nähmaschine einen Reißverschlussfuß habt, könnt ihr diesen verwenden, da er gut aufliegt und eine gute Führung zur Kante gibt. Natürlich könnt ihr auch verschiedene andere Nähfüße dafür verwenden.

Tipp gegen Schrägzüge beim Aufsteppen

Ein Streifen feinstes Sandpapier unter dem Nähfuß hilft dabei, unschöne Schrägzüge zu vermeiden – besonders dann, wenn der Fadenlauf des Stoffes etwas schräg ist. Außerdem dient er als zusätzliche Führung für eine gerade Steppung. Wenn ihr einen sehr feinen oder empfindlichen Stoff verwendet, probiert am besten zuerst an einem Reststück aus, ob der Stoff durch das Sandpapier nicht beschädigt wird.

Druck des Schnittmusters

Wenn ihr das Schnittmuster als Ebook kauft, erhaltet ihr zwei separate PDF-Dateien im A4- und A0-breiten Format (das Schnittmuster hat in der Breite A0-Format, kann aber länger sein – je nachdem, wie viel Platz für die Schnittteile benötigt wird). Standardmäßig werden alle Größen zusammen ausgedruckt; ihr könnt aber auch nur die benötigte(n) Ebene(n) drucken. Wie das funktioniert, erklären wir euch in dieser Anleitung.

Stoffe und Zubehör

Die folgenden Materialien benötigt ihr zum Nähen der Easy-Wideleg-Hose HE01. Wie viel Stoff ihr für eure Größe ungefähr benötigt, könnt ihr der Tabelle unten entnehmen. Bedenkt dabei, dass der Stoffbedarf auch geringer sein kann, wenn er breiter ist, als in der Tabelle angegeben.

Wenn ihr sichergehen wollt, nicht zu viel Stoff zu kaufen, legt ihr das Schnittmuster mit allen benötigten Teilen am besten einmal auf einem Tisch oder dem Fußboden aus, markiert euch die Breite des gewünschten Stoffes und messt nach, wie viel Stoff ihr benötigt.

Bei gemusterten Stoffen kann es sein, dass ihr mehr benötigt, um das Muster gleichmäßig nutzen zu können.

inch Größe (Weite/Länge)26/3127/3128/3129/3131/3132/3134/3136/3139/3142/3144/3147/3150/3153/3157/3160/31
US Größe024681012141618202224262830
UK Größe46810121416182022242628303234
EU Größe32343638404244464850525456586062
Oberstoff bei 140 cm Breite137151165197198200205231236238239240242243244246
Bügeleinlage bei 90 cm Breite6666666666666666
Schnittlänge Gummiband6972757781858994100105111116123130137144
  • Oberstoff: leichte bis mittelschwere Webware, z. B. Baumwolle, Leinen, Wolle, Twill. 
  • Bügeleinlage, z. B. Vlieseline G 405
  • Kantenband 1,2 oder 2 cm breit, z. B. Vlieseline T12 oder Vlieseline T20
  • Gummiband für den Bund, 2,5 cm breit, ca. 3-5 cm kürzer als euer Körperumfang an der Stelle, wo der Bund sitzt
  • ggf. Kordel für den Bund, wenn ihr das Bindeband nicht selbst nähen möchtet (ca. 40 cm länger, als eiuer Hüftumfang)
  • ggf. 2 Kordelenden
  • ggf. 2 Ösen passend zur Kordel, wenn ihr keine Knopflöcher nähen möchtet
  • ggf. schmales, dünnes Webband, um die vorderen Taschenbeutel zu befestigen
  • Garn, passend zu deinen Materialien

Wir empfehlen euch grundsätzlich, den Stoff vor dem Nähen zu waschen, um ein späteres Einlaufen eurer fertigen Easy-Wideleg-Hose zu vermeiden. Wascht den Stoff daher genau so (Temperatur, Schleudertouren …), wie ihr später auch das fertige Kleidungsstück waschen werdet, und achtet auf die Herstellerangaben.

Berücksichtigt einen evtl. Einlauf schon beim Stoffeinkauf! Sofern es beim jeweiligen Stoff nicht anders angegeben wird, geht von 10 % Zugabe aus, das sollte im Normalfall ausreichen.

Wenn ihr einen gemusterten Stoff verwendet, benötigt ihr wahrscheinlich mehr Stoff, damit das Muster gleichmäßig genutzt werden kann!

Um bei farbigen Stoffen ein ausbluten zu verhindern bzw. zu reduzieren, könnt ihr einen Schuss Essig in die Waschmaschine bzw. ins Wasser geben.

Das wird benötigt

Easy Wideleg - benötigte Teile

Schnittteile aus Oberstoff

  • Vorderhose (VH) – 1 Paar
  • Hinterhose (HH) – 1 Paar
  • Taschenbeutel Vorderhose (TB VH) – 2 Paar
  • Aufgesetzte Tasche hinten (TA HH) – 1 x für die rechte Seite
  • Bindeband (G) – 1 Paar (oder 1x in doppelter Länge zuschneiden)

Schnittteile aus Einlage 

  • Hintere aufgesetzte Tasche (E TA HH) – 1 x
  • 2 Ösenunterlagen, je ca. 3 cm × 2,5 cm
  • für den vorderen Tascheneingriff: 1,2 oder 2 cm breites Kanten- oder Formband mit Fadenverstärkung

Schnittmusterteile aus Papier

  • Schablone für die Taschenposition hinten (P-TZ HH)
  • Schablone für die Ösenposition am Bund (P-ZK)

Zutaten

  • 2,5 cm breites Gummiband, Schnittlänge siehe Tabelle bzw. ca. Bundweite minus 5 cm
  • ggf. Ösen, Kordelenden oder fertiges Kordelband
  • optional: schmales Webband zum Verbinden der vorderen Taschenbeutel

Werkzeuge

  • Stecknadeln und Clips
  • Sicherheitsnadeln zum Einziehen von Gummiband und Bindeband
  • Handarbeitsschere
  • Lineal oder Bügellineal
  • Schneiderkreide oder Markierstift
  • Nadel und Faden

Nähanleitung für die Easy-Wideleg-Hose

 

1. Hintere aufgesetzte Tasche nähen

 

Ich beginne mit der hinteren aufgesetzten Tasche. Vorgesehen ist sie nur auf der rechten Hinterhose. Natürlich könnt ihr sie auch auf beide Hosenteile nähen oder ganz weglassen.

 

Einlage wird auf die hintere Tasche gebügelt.
Einlage wird auf die hintere Tasche gebügelt.

Ich bügle zunächst die Einlage auf den Tascheneingriff.

 

Hintere Tasche versäubern und bügeln.
Hintere Tasche bügeln oder versäubern.

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, den Tascheneingriff zu arbeiten. Ihr könnt die Schnittkante entweder zunächst 9 mm breit umschlagen und bügeln oder den Taschenbeutel sofort rundum versäubern.

 

Alternative Verarbeitung der hinteren Tasche.
Tascheneingriff verstürzen bei Variante 1.

Wenn ihr euch für die erste Variante entschieden habt, wird der Taschenbeutel nun an den Knipsen rechts auf rechts gesteckt und mit 1 cm Nahtzugabe genäht. Anschließend könnt ihr die drei offenen Kanten versäubern.

 

Tascheneingriff wenden - Alternative Verarbeitung
Tascheneingriff wenden bei Variante 1.

Dann greife ich in die entstandene Öffnung, lege die Nahtzugabe mit dem Zeigefinger nach hinten und wende den Tascheneingriff.

 

Taschenkanten bügeln.
Taschenkanten bügeln bei Variante 1.

Ich bügle die Nähte aus und die drei anderen Seiten mit 1 cm Nahtzugabe nach innen. Dabei könnt ihr euch an der Schablone für die hintere Tasche orientieren.

 

Hinteren Tascheneingriff nähen.
Hinteren Tascheneingriff nähen bei Variante 2.

Habt ihr euch für die zweite Variante entschieden, wird der Eingriff ebenfalls an den Knipsen rechts auf rechts gesteckt und mit 1 cm Nahtzugabe genäht.

 

Tascheneingriff wenden.
Tascheneingriff wenden bei Variante 2.

Anschließend wird der Tascheneingriff gewendet und ausgebügelt.

 

Hintere Tasche bügeln.
Hintere Tasche bügeln bei Variante 2.

Auch die anderen Kanten bügle ich nach innen und prüfe die Größe anhand der Schablone.

 

Der Tascheneingriff wird abgesteppt.
Der Tascheneingriff wird abgesteppt.

Dann steppe ich den Tascheneingriff ab – bei der ersten Variante mit 35 mm, bei der zweiten Variante mit 45 mm Abstand zur oberen Kante.

 

Taschenbeutel aufsteppen

 

Die hintere Tasche wird markiert und gesteckt.
Die hintere Tasche wird markiert und gesteckt.

Mit Hilfe der Schablone markiere ich mir die Position der Tasche auf der rechten Hinterhose und stecke sie fest. Wenn ihr auch eine Tasche auf die linke Hinterhose nähen möchtet, dreht ihr die Schablone einfach um und markiert die Position entsprechend.

 

Der hintere Tascheneingriff wird gesichert.
Der hintere Tascheneingriff wird gesichert.

Wenn eure Tasche stark beansprucht wird empfehle ich, die oberen Ecken zu unterlegen. Ich habe zwei Kreise mit ca. 2,5 cm Durchmesser ausgestanzt, die ich an den oberen Ecken der Tasche so auf die linke Stoffseite stecke, dass sie beim Aufsteppen der Tasche gut mitgefasst werden.

 

Die hintere Tasche wird aufgenäht.
Hintere Tasche nähen.

Wie in den Tipps weiter oben beschrieben, lege ich gerne ein Stück ganz feines Sandpapier unter den Nähfuß, um ein Verschieben der Stofflagen zu vermeiden, und verwende den Reißverschlussfuß, um knappkantig zu steppen. Am Anfang und Ende könnt ihr den Eingriff mit einem ca. 6 mm langen Längs- oder Querriegel (z. B. Zickzack-Stich mit Stichbreite 1,5 und Stichlänge 0,4) sichern.

 

Hintere Tasche bügeln.
Hintere Tasche bügeln.

Von der linken Seite bügle ich anschließend nochmal über die Tasche.

 

2. Nahttaschen der Easy-Wideleg-Hose nähen

 

Weiter geht’s mit den Nahttaschen.

 

Tascheneingriffe markieren.
Tascheneingriffe markieren.

Ich markiere mir zunächst nochmal die Knipse für die Tascheneingriffe auf der linken Stoffseite der Vorderhosenteile.

 

Die Einlage an den Tascheneingriffen wird aufgebügelt.
Einlage an den Tascheneingriffen wird aufgebügelt.

Dann bügle ich Einlagestreifen auf. Die Streifen schneide ich ca. 4 cm länger zu, als die Strecke zwischen den Markierungen ist, damit oben und unten jeweils ca. 2 cm über die Markierungen hinausragen.

Ich verwende Form- oder Kantenband mit einer Fadenverstärkung und platziere es so, dass die Fadenverstärkung 1 mm hinter der späteren Naht liegt. Bei 1,5 cm Nahtzugabe hat die Fadenverstärkung dann 1,4 cm Abstand zur Schnittkante. Wenn ihr ein 2 cm breites Kantenband habt, könnt ihr das knapp neben die Schnittkante legen und aufbügeln.

 

Die Taschenbeutel werden an die Vorderhose gesteckt.
Die Taschenbeutel werden an die Vorderhose gesteckt.

Anschließend stecke ich je einen Taschenbeutel rechts auf rechts auf die Vorderhosen und achte dabei, dass die beiden Knipse genau aufeinandertreffen. Der beim Taschenbeutel dazwischenliegende Knips markiert, wo “oben” ist.

 

Genäht wird zwischen den Markierungen.
Genäht wird zwischen den Markierungen.

Ich steppe die Taschenbeutel zwischen den Markierungen fest und verriegle Nahtanfang und -ende gut.

 

Angenähter Taschenbeutel.
Angenähter Taschenbeutel.

Hier im Bild seht ihr den angenähten Taschenbeutel, einmal von der rechten und einmal von der linken Stoffseite aus.

 

Die Naht wird eingeschnitten.
Die Naht wird eingeschnitten.

An den beiden Markierungen werden die Nahtzugaben von Vorderhose und Taschenbeutel bis genau zur Naht hin eingeschnitten. Achtet darauf, dass ihr nicht in die Naht schneidet.

 

Stepp-Varianten am Tascheneingriff.
Stepp-Varianten am Tascheneingriff.

Jetzt müsst ihr entscheiden, ob ihr einen “ungesteppten” oder einen “gesteppten” Tascheneingriff nähen wollt. Beim ungesteppten, hier oben im Bild, ist von außen keine Naht zu sehen. Unten im Bild ist der gesteppte Eingriff mit von außen sichtbarer Naht. Die Riegel an Anfang und Ende des Tascheneingriffs werden erst später genäht.

 

Variante 1: ungesteppter Tascheneingriff

 

Zuerst zeige ich euch nun die Verarbeitung mit ungestepptem bzw. von außen nicht sichtbar gestepptem Tascheneingriff.

 

Der Taschenbeutel wird gebügelt.
Der Taschenbeutel wird gebügelt.

Dazu klappe ich ich den Taschenbeutel nach außen und bügle die Nahtzugaben zum Taschenbeutel. Die kleinen Enden oben und unten lege ich zur Hose hin, so dass ich gut erkennen kann, wo ich im nächsten Schritt absteppen muss.

 

Von außen unsichtbar abgesteppter Tascheneingriff.
Von außen unsichtbar abgesteppter Tascheneingriff.

Ich steppe den Tascheneingriff zwischen den Markierungen bzw. Einschnitten knappkantig ab.

 

Tascheneingriff bügeln.
Tascheneingriff bügeln.

Dann falte ich den Taschenbeutel auf die linke Seite der Vorderhose, lege die kleinen Enden oben und unten zur Schnittkante und bügle den Eingriff gut flach.

 

Variante 2: gesteppter Tascheneingriff

 

Alternativ nun die Verarbeitung mit sichtbar abgestepptem Tascheneingriff.

 

Nahtzugabe am Tascheneingriff auseinanderbügeln.
Nahtzugabe am Tascheneingriff auseinanderbügeln.

Die Nahtzugaben werden auseinandergebügelt.

 

Den Tascheneingriff bügeln.
Den Tascheneingriff bügeln.

Dann falte ich den Taschenbeutel links auf links auf die Vorderhose und bügle die Eingriffkante fest.

 

Den Tascheneingriff feststecken.
Den Tascheneingriff feststecken.

Damit sie beim Absteppen nicht verrutscht, sichere ich sie mit einigen Clips.

 

Sichtbar abgesteppter Tascheneingriff.
Sichtbar abgesteppter Tascheneingriff.

Dann steppe ich den Eingriff auf der rechten Stoffseite mit der gewünschten Breite zur Eingriffkante ab.

 

Taschenbeutel verbinden

 

Auch für das Verbinden der Taschenbeutel zeige ich euch zwei verschiedene Möglichkeiten.

 

Verschiedene Varianten für den Taschenbeutel.
Verschiedene Varianten für den Taschenbeutel.

Links seht ihr die Verarbeitung mit französischer Naht. Diese ist etwas aufwendiger: Die Nahtzugabe liegt dabei innerhalb des Taschenbeutels und wird übersteppt, damit sie nicht mehr sichtbar ist. Bei der anderen Variante liegt die Nahtzugabe offenkantig in der Hose und wird versäubert. Diese Variante ist einfacher zu verarbeiten und schön flach.

 

Variante 1: Taschenbeutel mit offener, versäuberter Kante

 

Zuerst zeige ich euch jetzt die Verarbeitung mit offener, versäuberter Kante.

 

Den zweiten Taschenbeutel auflegen.
Den zweiten Taschenbeutel auflegen.

Dazu lege ich den zweiten Taschenbeutel rechts auf rechts und kantengleich auf den bereits angenähten Taschenbeutel.

 

Den zweiten Taschenbeutel stecken.
Den zweiten Taschenbeutel stecken.

Ich stecke die beiden Taschenbeutel zusammen und nähe sie mit 1 cm Nahtzugabe zusammen. Lasst euch an dieser Stelle nicht davon verwirren, dass im Schnittmuster eine breitere Nahtzugabe eingezeichnet ist – das ist technisch an dieser Stelle leider nicht anders machbar. Die Verarbeitung mit 1 cm Nahtzugabe ist aber deutlich einfacher, als würdet ihr bis direkt an die Eingriffenden nähen.

 

Der fertige Taschenbeutel.
Der fertige Taschenbeutel.

Anschließend werden die runden Schnittkanten der Taschenbeutel zusammen versäubert.

 

Variante 2: Taschenbeutel mit französischer Naht zusammennähen

 

Alternativ zeige ich euch jetzt die Verarbeitung der Taschenbeutel mit einer sogenannten französischen Naht.

 

Taschenbeutel für französische Naht aufeinanderlegen.
Taschenbeutel für französische Naht aufeinanderlegen.

Dazu werden die Taschenbeutel zunächst links auf links aufeinandergelegt…

 

Taschenbeutel für französische Naht stecken.
Taschenbeutel für französische Naht stecken.

… und festgesteckt.

 

Die erste, knappkantige Naht.
Die erste, knappkantige Naht.

Die erste Naht nähe ich mit ca. 4 mm Abstand zur Schnittkante. Für eine saubere Weiterverarbeitung empfehle ich, die Schnittkanten ggf. zurückzuschneiden.

 

Der Taschenbeutel wird gewendet.
Der Taschenbeutel wird gewendet.

Dann wende ich den Taschenbeutel so, dass er rechts auf rechts liegt.

 

Der Taschenbeutel wird ausgeformt.
Der Taschenbeutel wird ausgeformt.

Ich forme die Rundungen ordentlich aus.

 

Der Taschenbeutel wird gebügelt.
Der Taschenbeutel wird gebügelt.

Dann bügle ich die zuvor genähte Naht glatt.

 

Der Taschenbeutel wird wieder festgesteckt...
Der Taschenbeutel wird wieder festgesteckt…

Um ein Verrutschen zu vermeiden, stecke ich die Kanten nochmals mit Clips fest.

 

Der Taschenbeutel wird abgesteppt.
Der Taschenbeutel wird abgesteppt.

Dann nähe ich die zweite Naht mit ca. 6 mm Breite. Sie muss auf jeden Fall etwas breiter sein, als die Nahtzugabe der ersten Naht, damit diese komplett innerhalb der zweiten Nahtzugabe liegt.

 

Der Taschenbeutel wird nochmal gebügelt.
Der Taschenbeutel wird nochmal gebügelt.

Ich bügle den Taschenbeutel nochmal gut aus.

 

Fertiger Taschenbeutel mit französischer Naht.
Fertiger Taschenbeutel mit französischer Naht.

Hier seht ihr den fertigen Taschenbeutel mit französischer Naht.

 

Taschenbeutel fertigstellen

 

Jetzt kommen noch ein paar Vorbereitungen, um später das Nähen der Seitennaht zu vereinfachen.

 

Die Nahtzugaben werden gesichert.
Die Nahtzugaben werden gesichert.

Zuerst stecke ich die Nahtzugaben ober- und Unterhalb des Tascheneingriffs bündig aufeinander. Anschließend nähe ich eine kleine Hilfsnaht von den Taschenenden bis zur Schnittkante, damit sich hier nichts mehr verschieben kann.

 

Der fertige Tascheneingriff.
Der fertige Tascheneingriff.

Hier seht ihr die Vorderhosen mit den Nahttaschen – links mit sichtbarer und rechts mit unsichtbarer Steppung an der Eingriffkante.

 

Die Ecken der Tascheneingriffe werden markiert.
Die Ecken der Tascheneingriffe werden markiert.

Damit ich später beim Verbinden von Vorder- und Hinterhose exakt die Ecken der Tascheneingriffe treffe, markiere ich diese auf der rechten Seite jeweils mit zwei quer und längs gesteckten Nadeln.

 

Die Markierung wird mit Kreide übertragen.
Die Markierung wird mit Kreide übertragen.

Die Kreuzungspunkte der Nadeln übertrage ich mit Schneiderkreide oder einem Markierstift auf die linke Stoffseite.

 

Der Tascheneingriff wird "weggesteckt".
Der Tascheneingriff wird “weggesteckt”.

Dann ziehe ich den Tascheneingriff noch ein bisschen von der Seitennaht weg und stecke ihn fest, damit ich ihn nicht versehentlich festnähe. Achtet darauf, die Schnittkante dabei nicht zu verziehen.

 

3. Bund der Easy-Wideleg-Hose vorbereiten

 

Bevor die Beinnähte geschlossen werden, bereite ich den Bund vor.

 

Knopflöcher oder Ösen einarbeiten

 

Markierung der vorderen Mitte.
Markierung der vorderen Mitte.

An den oberen Kanten der Vorderhosenteile markiere ich jeweils die vordere Mitte. Wenn ihr den Knips beim Zuschnitt nicht übertragen habt, könnt ihr den Abstand zur Schnittkante im Schnittmuster nachmessen.

 

Markierung der Ösenposition.
Markierung der Ösenposition.

Die Schablone für die Ösenposition lege ich mit der entsprechenden Markierung für die vordere Mitte auf die Vorderhose und markiere mir die Position der Ösen/Knopflöcher. Diese und auch die eingezogene Kordel sind dann später von außen sichtbar. Wenn ihr Ösen und Kordel lieber innen im Bund haben möchtet, müsst ihr die Schablone um 180° gedreht verwenden, also sozusagen auf den Kopf stellen.

 

Übertragung der Position.
Übertragung der Position.

Um die Markierung auf die linke Stoffseite zu übertragen, stecke ich eine Nadel genau durch oberes und unteres Ende der Markierung.

 

Einlage wird auf die Ösenposition gelegt...
Einlage wird auf die Ösenposition gelegt…

Dann drehe ich die Hosenteile so, dass die linke Stoffseite oben liegt, und lege jeweils einen ca. 2,5 x 3 cm großen Einlagestreifen über die Nadelmarkierung.

 

und aufgebügelt.
und aufgebügelt.

Dann ziehe ich die Stecknadeln heraus und bügle die Einlagestreifen fest.

 

Die Knopflöcher werden aufgeschnitten.
Die Knopflöcher werden aufgeschnitten.

Ich habe mich für Wäscheknopflöcher entschieden, die ich mit der Knopflochfunktion meiner Nähmaschine genäht und vorsichtig aufgeschnitten habe. Natürlich könnt ihr auch fertige Ösen einarbeiten. Achtet dann darauf, dass diese nicht zu groß sind, damit ihr den Bund später noch gut festnähen könnt.

 

Vorderhosen von der Innenseite.
Vorderhosen von der Innenseite.

Hier seht ihr die fertig eingearbeiteten Knopflöcher nochmal von der linken Stoffseite aus.

 

Bundkante vorbügeln

 

Die Bundkante wird gebügelt.
Die Bundkante wird gebügelt.

Nun bügle ich die Bundkante vor, um mir die spätere Verarbeitung zu erleichtern. Zuerst bügle ich die Bruchkante in der im Schnittmuster angegebenen Breite um – in meinem Beispiel sind das 4 cm Abstand zur Schnittkante.

 

Ggf. die untere Bundkante bügeln.
Ggf. die untere Bundkante bügeln.

Ich möchte, dass die untere Bundkante später im Bund liegt. Daher bügle ich diese 9 mm breit um.

Ihr könnt die Bundkante auch offen verarbeiten und später, wenn Beinnähte und vordere und hintere Mitte geschlossen sind, rundum versäubern. Wenn ihr diese Verarbeitung wählt, schneidet die Nahtzugabe jetzt schon um 0,5 cm zurück. Auf das Versäubern weise ich an der entsprechenden Stelle nochmal hin.

 

Den Bund vorbügeln.
Den Bund vorbügeln.

Die bereits gebügelte Bruchkante überbügle ich nun nochmal zusammen mit der eingeschlagenen Schnittkante. Rechts im Bild habe ich die gebügelten Kanten für das Nähen der Seitennaht schon wieder aufgefaltet.

 

Bundkante an den Hinterhosen bügeln.
Bundkante an den Hinterhosen bügeln.

Ich wiederhole die Schritte nun noch an den beiden Hinterhosenteilen.

 

Bruchkante markieren.
Bruchkante markieren.

An der linken oder rechten Seitennaht markiere ich mir die Öffnung für das Gummiband mit 1, 2 cm Abstand zur oberen Kante (bzw. 0,7 cm, wenn ihr im Schritt vorher schon 0,5 cm abgeschnitten habt) und knapp oberhalb der Bruchkante.

 

Optional: Taschenbeutel befestigen

 

Taschenbeutel mit einem Band sichern.
Taschenbeutel mit einem Band sichern.

Bei Bedarf kann der Taschenbeutel an der Bundkante oder an der vorderen Mitte fixiert werden, damit er nicht nach hinten klappt. Dazu könnt ihr z. B. ein dünnes, schmales Webband verwenden und es innerhalb der Nahtzugabe an die Taschenbeutel nähen. Später wird es dann entweder an der Nahtzugabe der vorderen Mitte oder im Bund festgenäht. Achtet dann darauf, das Band nicht zu straff anzunähen, sondern ein paar Millimeter Spiel zu lassen.

 

4. Optional: Saum vorbereiten

 

Wenn ihr schon sicher seid, dass die Hose die richtige Länge hat, könnt ihr jetzt auch schon die Hosensäume an allen vier Beinteilen vorbügeln. Ich werde die Saumkanten nicht einschlagen, sondern mit der Overlock versäubern. daher bügle ich sie nur einmal um. Die vorgesehene Saumbreite könnt ihr im Schnittmuster nachmessen. Bei mir sind es 5 cm.

 

Saum vorbügeln.
Saum vorbügeln.

Ich werde die Saumkanten nicht einschlagen, sondern mit der Overlock versäubern. daher bügle ich sie nur einmal um. Die vorgesehene Saumbreite könnt ihr im Schnittmuster nachmessen. Bei mir sind es 5 cm.

Wenn ihr die Schnittkante einschlagen wollt, bügelt diese um 9 mm nach innen um. Natürlich könnt ihr auch ein breiteres Maß wählen, wenn ihr den Saum später nicht ganz so breit absteppen wollt.

 

5. Beinnähte schließen

 

Nun können die Beinnähte geschlossen werden.

 

Innere Beinnaht dehnen.
Innere Beinnaht dehnen.

Dazu muss zu nächst die innere Beinkante an den hinteren Hosenteilen ab der Kniehöhe bis zum oberen Ende etwas gedehnt werden, da sie kürzer ist, als an den vorderen Hosenbeinen. Ich setze das Bügeleisen in Kniehöhe auf, ziehe etwas am oberen Ende der späteren Naht und dehne den Stoff durch Bügeln.

 

Bruchkanten am Saum aufeinander stecken.
Bruchkanten am Saum aufeinander stecken.

Falls ihr den Saum schon vorgebügelt habt, achtet bei der weiteren Verarbeitung darauf, dass die Bruchkanten exakt aufeinander liegen.

Für die Verarbeitung der Beinnähte gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich zeige euch einmal, wie die Nahtzugaben innen und außen zusammen versäubert und in eine Richtung gebügelt werden. Alternativ erkläre ich anschließend, wie ich die innere Beinnaht von rechts übersteppe und die Nahtzugaben an der äußeren Beinnaht auseinanderbügle. Natürlich könnt ihr auch beide Varianten kombinieren.

 

Variante 1: Beinnähte werden zusammen versäubert und nicht übersteppt

 

Bei der ersten Variante versäubere ich die Beinnähte zusammen.

 

Beinnähte stecken.
Beinnähte stecken.

Ich stecke die innere und äußere Beinnaht kantengleich zusammen und beachte dabei die Knipse. Außerdem lege ich die gebügelten Bruchkanten am Bund und ggf. am Saum genau aufeinander.

 

Äußere Beinnaht mit Markierungen.
Äußere Beinnaht mit Markierungen.

Hier seht ihr nochmal die äußere Beinnaht mit den Markierungen für die Öffnung, durch die später das Gummiband eingezogen wird. Dieses kleine Stück lasse ich an einer Seite beim Nähen der Seitennaht.

Ich nähe beide Beinnähte mit der im Schnittmuster angegebenen Nahtbreite zusammen. Bei den äußeren Beinnähten achte ich darauf, die zuvor markierten Eckpunkte der Tascheneingriffe exakt zu treffen.

 

Innere Beinnaht bügeln.
Innere Beinnaht bügeln.

Dann versäubere ich beide Nahtzugaben der inneren Beinnähte zusammen und bügle sie in eine Richtung.

 

Äußere Beinnaht bügeln.
Äußere Beinnaht bügeln.

Auch die äußeren Beinnähte versäubere ich zusammen und bügle sie zur Hinterhose. An der Seite mit der Öffnung für das Gummiband beginne ich erst darunter, die Nahtzugaben zu versäubern.

 

Öffnung für das Gummiband.
Öffnung für das Gummiband.

Hier seht ihr nochmal die Öffnung, durch die später das Gummiband eingezogen wird.

 

Variante 2: Innere Beinnaht wird übersteppt, äußere Beinnaht auseinander gebügelt

 

Wenn ich die innere Beinnaht übersteppen möchte, stecke ich zunächst nur diese zusammen.

 

Innere Beinnaht stecken.
Innere Beinnaht stecken.

Dabei achte ich wieder darauf, dass Bruchkanten und Knipse aufeinandertreffen.

 

Innere Beinnaht zusammen versäubern.
Innere Beinnaht zusammen versäubern.

Ich nähe mit der im Schnittmuster vorgesehenen Nahtbreite und versäubere die Nahtzugaben zusammen. Die Schnittkanten an den Seitennähten werden an allen vier Hosenteilen einzeln versäubert.

 

Innere Beinnaht bügeln.
Innere Beinnaht bügeln.

Dann bügle ich die Nahtzugaben in Richtung der Vorderhose. Wenn es dir besser gefällt, kannst du sie natürlich auch in Richtung der Hinterhose bügeln.

 

Innere Beinnaht übersteppen.
Innere Beinnaht übersteppen.

Auf der rechten Stoffseite übersteppe ich die innere Beinnaht knappkantig auf der Seite, zu der ich die Nahtzugabe gebügelt habe, bei mir also auf der Vorderhose. Auch hier entscheidest du natürlich wieder selbst, mit welchem Abstand du absteppst und ob du ggf. noch eine zweite Steppnaht neben der ersten machst.

 

Äußere Beinnaht mit Öffnung für das Gummiband.
Äußere Beinnaht mit Öffnung für das Gummiband.

Dann stecke ich die äußeren Beinnähte zusammen und nähe sie, wobei ich an einer Seite wieder die Öffnung für das Gummiband auslasse.

 

Seitennaht bügeln.
Seitennaht bügeln.

Bis kurz unterhalb des Taschenbeutels bügle ich die Nahtzugaben zur Hinterhose, darunter bügle ich sie auseinander.

 

Bruchkante nachbügeln

 

Bundkanten bügeln.
Bundkanten bügeln.

Da sich die vorgebügelte Bruckante am Bund beim Bügeln der Seitennaht wieder etwas ausgebügelt hat, bügle ich sie nochmal nach. Wenn ihr den Saum schon vorgebügelt habt, bügelt auch diese Bruchkante nochmal nach.

 

6. Taschenriegel nähen

 

Jetzt sichere ich oberes und unteres Ende der Taschen mit einem Riegel.

 

Tascheneingriff markieren,.
Tascheneingriff markieren.

Dazu markiere ich mir zunächst auf der Vorderhose das obere und untere Ende des Tascheneingriff.

 

Tascheneingriff sichern.
Tascheneingriff sichern.

Dann nähe ich ca. 6 mm lange Längs- oder Querriegel, z. B. mit einem kleinen Zickzack-Stich mit 1,5 – 2 mm Breite und einer Stichlänge von 0,4 mm. Achtet darauf, dass die Taschenbeutel beim Nähen zur Vorderhose hin liegen.

 

Fertiger Tascheneingriff.
Fertiger Tascheneingriff.

Hier seht ihr die fertig genähten Tascheneingriffe, oben mit verdeckter und unten mit sichtbarer Steppung.

 

Vordere und hintere Mitte schließen

 

Wenn ihr die Nahtzugaben an vorderer und hinterer Mitte auseinanderbügeln möchtet, müsst ihr sie zunächst einzeln versäubern. Ich werde sie hier im Beispiel in eine Richtung bügeln, weshalb ich sie erst nach dem Schließen der Naht versäubern werde.

Der Vorteil beim gemeinsamen Versäubern der Nahtzugaben ist, dass die Naht insgesamt etwas stabiler und haltbarer wird. Bei den einzeln versäuberten Nahtzugaben könnt ihr die Naht im Bereich der Schrittkurve mit einem Dreifach-Stich oder doppelt nähen, um zusätzliche Stabilität in dem stark beanspruchten Bereich zu erhalten.

 

Die fertigen Hosenbeine.
Die fertigen Hosenbeine.

Für die weitere Verarbeitung muss bei einem Hosenbein die linke und beim anderen Hosenbein die rechte Seite außen liegen.

 

Hosenbeine ineinander schieben.
Hosenbeine ineinander schieben.

Das Hosenbein, bei dem die rechte Seite außen liegt, wird in das andere Hosenbein geschoben, so dass die Stoffseiten rechts auf rechts aufeinanderliegen. Die Beinnähte und die Schrittkurven liegen bündig übereinander.

 

Schrittnaht stecken.
Schrittnaht stecken.

Ich stecke die gesamte Nahtlänge fest und achte darauf, dass Bruchkanten, Beinnähte und Knipse exakt aufeinander treffen.

 

Schrittnaht versäubern.
Schrittnaht versäubern.

Dann nähe ich die Naht mit der im Schnittmuster angegebenen Nahtbreite zusammen. Da ich die Nahtzugaben zu einer Seite bügeln werde, muss ich sie noch gemeinsam versäubern.

 

Nahtzugabe durch bügeln dehnen.
Nahtzugabe durch bügeln dehnen.

Die Nahtzugaben dehne ich im Bereich der Rundungen durch bügeln. Achtet darauf, nur die Nahtzugaben, nicht auch die Naht selbst zu dehnen.

 

Nahtzugabe bügeln.
Nahtzugabe bügeln.

Dann bügle ich die Nahtzugaben in eine Richtung. Zusätzlich kann sie von der rechten Seite knappkantig abgesteppt werden, was ich hier im Beispiel nicht gemacht habe.

Wenn ihr vordere und hintere Mitte getrennt versäubert habt, bügelt ihr die Nahtzugaben jetzt von der Bundkante bis zum Knips in der Kurve auseinander.

 

Bundkante nochmal bügeln.
Bundkante nochmal bügeln.

Die Bruchkanten in der vorderen und hinteren Mitte bügle ich nochmal nach.

 

7. Bund fertigstellen

 

Jetzt kann der Bund fertiggestellt werden. An den Stellen, wo ihr die Nahtzugaben in eine Richtung gebügelt habt, könnt ihr sie in der Bruchkante jeweils bis kurz vor die Naht einschneiden und in verschiedene Richtungen legen, um weniger Stofflagen übereinander zu haben.

 

Bundkante nochmal bügeln.
Bundkante nochmal bügeln.

Ich bügle die Bundkante nun nochmal rundum fest. Wenn ihr die untere Kante nicht einschlagen möchtet, könnt ihr sie jetzt rundum versäubern.

 

Bundkante feststecken.
Bundkante feststecken.

Die Bundkante stecke ich dann rundum fest und achte darauf, dass die Nähte genau aufeinander liegen.

 

Bundbreite messen.
Bundbreite messen.

Bevor ich den Bund feststeppe, messe ich nochmal die genaue Breite nach. Ist die untere Kante, wie hier, eingeschlagen, steppe ich mit mit einem Abstand zur oberen Kante, der 2 mm geringer ist, als die Bundbreite. Ich habe hier eine Bundbreite von 31 mm gemessen (40 mm ab der Bruchkante abzgl. der eingeschlagenen 9 mm), so dass ich mit 29 mm Abstand zur oberen Kante steppe.

Bei versäuberter unterer Bundkante ist der Abstand ca. 6 mm geringer, als die gemessene Bundbreite. Liegt diese bei 35 mm (40 mm ab der Bruchkante abzgl. der abgeschnittenen 5 mm), steppe ich ebenfalls mit 29 mm Abstand zur oberen Kante.

Denkt daran, dass das Gummiband, das gleich eingezogen wird, eine Breite von 25 mm hat. Ihr solltet also eine Steppbreite von mindestens 28 mm haben, damit Gummiband und Bindeband gut eingezogen werden können.

 

Bundkante feststeppen.
Bundkante feststeppen.

Nun kann ich die Bundkante von der rechten Stoffseite aus feststeppen. Ich orientiere mich für den gleichmäßigen Abstand an den Markierungen auf der Stichplatte meiner Nähmaschine. Auch ein Kantenlineal oder ein Klebeband können gut zur Orientierung genutzt werden.

 

Genähter Bund von innen.
Genähter Bund von innen.

Hier seht ihr, dass die Bundunterkante auf der Innenseite knapp abgesteppt wurde.

 

Gummiband einziehen

 

Gummiband mit Sicherheitsnadel einziehen.
Gummiband mit Sicherheitsnadel einziehen.

Zum Einziehen des Gummibandes verwende ich eine Sicherheitsnadel, die ich an einem Ende befestige.

 

Gummiband in den Bund ziehen.
Gummiband in den Bund ziehen.

Durch die Öffnung in der Seitennaht ziehe ich das Gummiband in den Bund ein. Achtet darauf, dass sich das Band dabei nicht verdreht.

 

Gummiband sichern.
Gummiband sichern.

Wenn noch ein paar Zentimeter herausschauen, stecke ich das Ende mit einer Stecknadel fest, damit ich es nicht versehentlich mit einziehe.

 

Gummiband aufeinanderlegen.
Gummiband aufeinanderlegen.

Dann lege ich die Enden übereinander und prüfe nochmal, ob das Gummiband sich nicht verdreht hat.

 

Gummiband feststecken.
Gummiband feststecken.

Ich stecke die Enden mit der Sicherheitsnadel zusammen, verteile das Band vollständig im Bund und den Stoff gleichmäßig über die gesamte Weite.

Jetzt ist es Zeit, die Hose einmal anziehen und testen, ob das Gummiband die richtige Weite hat und die Hose gut in der Höhe hält, in der sie sitzen soll. Wenn das der Fall ist, könnt ihr auch direkt die Länge überprüfen und den Saum abstecken. Zieht dabei am besten ein paar Schuhe an, das ihr auch später zur Hose tragen wollt.

 

Gummiband festnähen.
Gummiband festnähen.

Ich ziehe das Gummiband nun wieder ein Stück aus dem Bund heraus und nähe es fest. Es sollte dabei ca. 2 cm überlappen. Ist euer Gummiband zu lang, könnt ihr die Mehrlänge abschneiden.

 

Naht schließen.
Naht schließen.

Nachdem das Gummiband wieder vollständig in den Bund eingezogen ist, nähe ich die Öffnung im Bund von Hand zu.

 

8. Bindeband nähen

 

Wie ihr das Bindeband selbst näht, erkläre ich euch jetzt. Wenn ihr eine fertige Kordel oder ein fertiges Band verwendet, könnt ihr diesen Abschnitt natürlich überspringen.

 

Bindeband zusammennähen.
Bindeband zusammennähen.

Da ich mein Band als Paar zugeschnitten habe, muss ich es zunächst zu einem langen Streifen verbinden. Das mache ich mit einer diagonalen Naht, da so die Nahtzugaben später nicht übereinander liegen und das Band nicht an einer Stelle zu dick wird.

Dazu markiere ich mir an je einem kurzen Ende die Breite des Stoffstreifens auf der rechten Stoffseite. Das sind hier 4 cm. An einem Streifen zeichne ich eine Diagonale von der Markierung zur gegenüberliegenden Ecke.

 

Band diagonal schneiden.
Band diagonal schneiden.

Dann lege ich beide Streifen bündig übereinander, genau bis zu Markierung auf dem unteren Streifen. Sie überlappen sich also hier im Beispiel um 4 cm. Dann schneide ich genau an der eingezeichneten diagonalen Linie durch beide Stofflagen.

 

Diagonale Bandenden.
Diagonale Bandenden.

So haben nun beide Streifen diagonale Enden.

 

Band stecken.
Band stecken.

Diese lege ich rechts auf rechts und um 90° versetzt aufeinander, so dass die diagonalen Kanten aufeinandertreffen. Ich nähe sie mit 5 mm Nahtbreite zusammen, weshalb die Spitzen oben und unten in der entsprechenden Breite überstehen.

 

Bindeband zusammennähen.
Bindeband zusammennähen.

So sieht das zusammengenähte Band aus.

 

Nahzugaben auseinanderbügeln.
Nahzugaben auseinanderbügeln.

Die Nahtzugaben bügle ich auseinander und schneide die überstehenden Ecken weg.

 

Lange Seiten zur Mitte falten.
Lange Seiten zur Mitte falten.

Ich falte nun die langen Kanten zur Bandmitte…

 

Bindeband bügeln.
Bindeband bügeln.

… und bügle sie fest. Wenn ihr einen Schrägbandformer in der passenden Breite habt, könnt ihr den natürlich gut zur Hilfe nehmen.

 

Band nochmal doppelt bügeln.
Band nochmal doppelt bügeln.

Dann falte ich die langen Kanten doppelt und bügle die Bruchkante.

 

Bandenden falten.
Bandenden falten.

Zuerst werden dann die Bandenden genäht, also die kurzen Kanten. Dazu falte ich das Band ein Stück weit wieder auf und lege es zunächst mittig rechts auf rechts. Die oben liegende lange Kante falte ich dann, wie hier zu sehen, links auf links zur Bandmitte.

 

Bandenden falten.
Bandenden falten.

Dann falte ich die andere Schnittkante darüber, so dass diese wieder rechts auf rechts auf der zuvor gefalteten Kante liegt. Diese Faltung ist ein bisschen knifflig, erzeugt aber später eine sehr ordentliche Ecke.

 

Bandenden nähen.
Bandenden nähen.

Die kurzen Seiten nähe ich nun mit 5 mm Kantenabstand zusammen.

 

Bandanfang nähen.
Bandanfang nähen.

Hier seht ihr die fertig genähte kurze Kante.

 

Bandanfang wenden.
Bandanfang wenden.

Dann wende ich den Bandanfang und forme die Ecken aus. Ich verwende dazu eine Stecknadel, aber natürlich geht das auch mit einem Kantenformer, einer kleinen Schere o. ä.

Wiederholt diese Schritte auch für das andere Bandende.

 

Band nähen.
Band nähen.

Anschließend wird das Band auf der gesamten Länge abgesteppt und die offenen Kanten werden dabei geschlossen.

 

Das fertige Bindeband.
Das fertige Bindeband.

Hier seht ihr das fertige Band. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch die zweite lange Seite noch absteppen.

 

Bindeband oder Kordel einziehen

 

Bindeband einziehen.
Bindeband einziehen.

Zum Einziehen des Bindebands oder der Kordel in den Bund verwende ich wieder eine Sicherheitsnadel.

 

Das Bindeband wird eingezogen.
Das Bindeband wird eingezogen.

Ich führe das Band durch ein Knopfloch bzw. eine Öse in den Bund ein und komme am anderen Knopfloch wieder raus.

 

Das eingezogene Band.
Das eingezogene Band.

Das Band ziehe ich so, dass beide Enden etwas gleich lang sind. Ihr könnt die Bandenden nun noch verknoten oder fertige Kordelenden anbringen.

 

Das Bindeband sichern.
Das Bindeband sichern.

Damit das Band nicht verrutscht oder versehentlich ein Ende in den Bund gezogen wird, stecke und nähe ich es in der hinteren Mitte im Nahtschatten fest.

 

Der fertige Bund mit Bindeband.
Der fertige Bund mit Bindeband.

Und so sieht dann der fertige Bund aus.

 

9. Saum fertigstellen

 

Falls ihr die Hosenlänge noch nicht festgelegt habt, zieht die Hose nun nochmal an und steckt die richtige Länge ab. Falls eure Hose zu lang ist, schneidet ihr die überschüssige Stofflänge ab. Die vorgesehene Saumbreite könnt ihr im Schnittmuster nachmessen.

 

Saum bügeln.
Saum bügeln.

Eine Anleitung, wie ihr den Saum vorbereitet und bügelt, wenn die Beinnähte schon geschlossen sind, findet ihr hier.

Ich habe mich dazu entschieden, die Schnittkanten zu versäubern. Ihr könnt sie natürlich auch, wie beim Bund beschrieben, um 9 mm nach innen umbügeln.

 

Saum feststecken.
Saum feststecken.

Ich stecke den Saum rundum fest und achte wieder darauf, dass die Nähte aufeinander treffen.

 

Saumbreite messen.
Saumbreite messen.

Um festzulegen, mit welchem Abstand zur Saumkante ich absteppe, messe ich die Breite des Saumeinschlags nach. Hier im Beispiel sind es 5 cm.

 

Den Saum nähen.
Den Saum nähen.

Von der rechten Stoffseite aus steppe ich den Saum fest und beginne und ende an der inneren Beinnaht. Bei versäuberter Saumkante ist mein Abstand zur Saumkante 5 mm geringer, als die Breite des Saumeinschlags, also hier im Beispiel 4,5 cm. Bei eingeschlagener Saumkante ist die Steppbreite ca. 2 mm geringer, als die Breite des Saumeinschlags. Ich orientiere mich wieder an den Maßen auf der Stichplatte. Alternativ könnt ihr wieder eine Klebebandmarkierung oder ein Kantenlineal verwenden.

 

Der fertig genähte Saum.
Der fertig genähte Saum.

Hier seht ihr nochmal den fertig gesteppten Saum, einmal von der linken und einmal von der rechten Stoffseite.

 

10. Die fertige Easy-Wideleg-Hose HE01

 

Herzlichen Glückwunsch, eure Easy-Wideleg-Hose ist fertig!

 

Fertige Easy Wideleg von vorne.
Fertige Easy Wideleg von vorne.

Hier seht ihr nochmal die Vorderseite der fertigen Hose…

 

Fertige Easy Wideleg von hinten.
Fertige Easy Wideleg von hinten.

… und hier die Rückseite.

 

Die fertige Hose.
Die fertige Hose.

Und so sieht die Hose angezogen aus.

Wir hoffen, euch hat das Nähen Spaß gemacht und ihr freut euch, eure Easy-Wideleg-Hose zu tragen! Wenn ihr sie bei Instagram zeigt, verlinkt gerne @smartpattern und nutzt den Hashtag #smartpatterneasywideleg.

Stöbert in unserem Shop und entdeckt euer nächstes Projekt!

Rechtliches

VERVIELFÄLTIGUNG und GEWERBLICHE NUTZUNG

Diese Nähanleitung und das Schnittmuster (inkl. aller Texte, Abbildungen, Fotos, Grafiken) sind urheberrechtlich geschützt. Jegliche Weitergabe und Vervielfältigungen sind nicht erlaubt. Wenn ihr ein Produkt gewerblich verkaufen möchtet, welches nach diesem Schnittmuster genäht wird, fragt bei uns per E-Mail an: lizenzen@smartpattern.de